Betriebsabrechnungsbogen (BAB)

Ein tabellarisches Schema in der Kostenstellenrechnung, das dazu dient, die Gemeinkosten auf die einzelnen Kostenstellen zu verteilen und Gemeinkostenzuschlagssätze zu ermitteln.

Definition

Der Betriebsabrechnungsbogen (BAB) ist das zentrale Instrument der Kostenstellenrechnung (der zweiten Stufe der KLR). Es handelt sich um eine Tabelle, die dazu dient, die im Unternehmen angefallenen Gemeinkosten verursachungsgerecht auf die verschiedenen Kostenstellen (z.B. Abteilungen wie Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb) zu verteilen. Das Hauptziel des BAB ist die Berechnung von Gemeinkostenzuschlagssätzen. Diese prozentualen Sätze werden anschließend in der Kostenträgerrechnung (Kalkulation) benötigt, um die Selbstkosten eines Produktes zu ermitteln.

Erklärung im Kontext Büromanagement

Für Kaufleute im Büromanagement ist der BAB das Bindeglied zwischen der Erfassung der Kosten (Kostenartenrechnung) und der Kalkulation der Produkte (Kostenträgerrechnung). Ohne den BAB wäre es unmöglich, indirekte Kosten wie Miete, Gehälter der Verwaltung oder Stromkosten fair auf die Produkte umzulegen. Der BAB schafft die notwendige Grundlage für eine realistische Preiskalkulation.

Der Aufbau eines BAB folgt typischerweise diesen Schritten:

  1. Auflistung der Gemeinkostenarten: In den Zeilen werden alle Gemeinkostenarten (z.B. Hilfslöhne, Miete, Energie, Büromaterial) eingetragen.
  2. Definition der Kostenstellen: In den Spalten werden die Kostenstellen des Unternehmens aufgeführt. Man unterscheidet oft zwischen Hauptkostenstellen (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb) und Hilfskostenstellen (z.B. Fuhrpark, Kantine).
  3. Verteilung der primären Gemeinkosten: Die Gemeinkosten werden mithilfe von geeigneten Verteilungsschlüsseln auf die Kostenstellen verteilt. Beispiele für Schlüssel sind: Miete nach Quadratmetern, Strom nach Kilowattstunden oder Anzahl der Mitarbeiter.
  4. Innerbetriebliche Leistungsverrechnung: Falls Hilfskostenstellen vorhanden sind, werden deren Kosten auf die Hauptkostenstellen umgelegt, die ihre Leistungen in Anspruch genommen haben.
  5. Ermittlung der Gemeinkostenzuschlagssätze: Am Ende werden die Summen der Gemeinkosten pro Hauptkostenstelle durch eine passende Zuschlagsgrundlage (z.B. Fertigungsmaterial, Fertigungslöhne) geteilt, um die Zuschlagssätze zu berechnen.

Praxisbeispiel bei der Lernleicht GmbH

Frau Richter muss die Zuschlagssätze für den kommenden Monat ermitteln. Sie öffnet den BAB in der Buchhaltungssoftware. Eine Gemeinkostenart ist die Miete für das gesamte Firmengebäude in Höhe von 20.000 €. Sie kann diese Kosten nicht direkt einem Bürostuhl zuordnen. Im BAB hat sie die Flächen der einzelnen Abteilungen (Kostenstellen) hinterlegt:

  • Material/Lager: 400 m²
  • Fertigung: 800 m²
  • Verwaltung: 400 m²
  • Vertrieb: 400 m²
  • Gesamtfläche: 2.000 m²

Der Verteilungsschlüssel ist die Fläche in m². Sie verteilt die Miete nun prozentual: Die Fertigung (800 m² von 2.000 m² = 40%) wird mit 8.000 € belastet, die anderen Abteilungen mit je 4.000 €. Diesen Vorgang wiederholt sie für alle anderen Gemeinkostenarten mit den jeweils passenden Schlüsseln. Am Ende summiert sie alle Gemeinkosten für die Kostenstelle 'Fertigung' und teilt diese Summe durch die gesamten angefallenen Fertigungslöhne (Einzelkosten). Das Ergebnis ist der Fertigungsgemeinkostenzuschlagssatz, z.B. 120%.

Prüfungsrelevanz

In der IHK-Prüfung kann das Ausfüllen eines einfachen BAB oder die Interpretation eines solchen verlangt werden. Kandidaten sollten das Prinzip der Gemeinkostenverteilung mittels Schlüsseln verstehen und in der Lage sein, aus gegebenen Werten (Summe Gemeinkosten und Zuschlagsbasis) einen Gemeinkostenzuschlagssatz zu berechnen. Die Logik hinter der Wahl eines Schlüssels (z.B. warum Miete nach Fläche und nicht nach Umsatz verteilt wird) ist ebenfalls prüfungsrelevant.

Verwandte Begriffe

  • Kostenstellenrechnung
  • Gemeinkosten
  • Einzelkosten
  • Gemeinkostenzuschlagssatz
  • Kalkulation

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