Niveau: Einfach Standard Studienbrücke

Bezugspreiskalkulation

Rechenschema zur Ermittlung der tatsächlichen Kosten einer Ware bis zu ihrem Eintreffen im Unternehmen.

Definition

Die Bezugspreiskalkulation (auch Einstandspreiskalkulation genannt) ist ein standardisiertes kaufmännisches Rechenschema. Sie dient dazu, den tatsächlichen Preis einer Ware zu ermitteln, der anfällt, bis die Ware im eigenen Unternehmen (z. B. im Lager) eingetroffen ist. Der ermittelte Wert wird als Bezugspreis oder Einstandspreis bezeichnet.

Bedeutung im Büromanagement

Im Einkauf reicht es nicht aus, nur die Listenpreise verschiedener Lieferanten zu vergleichen. Ein Lieferant mit einem hohen Listenpreis kann durch hohe Rabatte, Skonti oder eine kostenfreie Lieferung (frei Haus) am Ende günstiger sein als ein Lieferant mit einem niedrigen Listenpreis, der aber hohe Frachtkosten berechnet. Die Bezugspreiskalkulation macht Angebote objektiv vergleichbar (quantitativer Angebotsvergleich).

Das Kalkulationsschema

Die Reihenfolge der Berechnung ist zwingend einzuhalten:

  • Listeneinkaufspreis (LEP): Der Katalogpreis des Lieferanten (netto).
  • - Lieferantenrabatt: Preisnachlass (z. B. Mengenrabatt, Treuerabatt).
  • = Zieleinkaufspreis (ZEP): Der Rechnungsbetrag, der auf der Rechnung steht.
  • - Lieferantenskonto: Belohnung für schnelle Zahlung (meist 2-3 % innerhalb von 10-14 Tagen).
  • = Bareinkaufspreis (BEP): Der Betrag, der tatsächlich an den Lieferanten überwiesen wird.
  • + Bezugskosten: Transportkosten, Porto, Rollgeld, Transportversicherung, Spezialverpackung.
  • = Bezugspreis (Einstandspreis): Die tatsächlichen Gesamtkosten der Beschaffung.

Praxisbeispiel

Laura Müller bestellt einen Schreibtisch. Der Listenpreis beträgt 500,00 EUR. Der Lieferant gewährt 10 % Rabatt und 2 % Skonto. Die Spedition kostet 40,00 EUR.
Rechnung: 500,00 EUR - 50,00 EUR (Rabatt) = 450,00 EUR (ZEP).
450,00 EUR - 9,00 EUR (Skonto) = 441,00 EUR (BEP).
441,00 EUR + 40,00 EUR (Bezugskosten) = 481,00 EUR Bezugspreis.

Prüfungsrelevanz (IHK)

Dieses Schema ist ein absoluter Klassiker in der IHK-Abschlussprüfung (Teil 1 und Teil 2). Die häufigste Fehlerquelle von Prüflingen ist es, das Skonto vom Listenpreis statt vom Zieleinkaufspreis abzuziehen, oder die Bezugskosten zu skontieren. Merke: Bezugskosten (Fracht) sind Fremdleistungen (z. B. von DHL oder einer Spedition) und dürfen niemals skontiert werden! Sie werden erst ganz am Schluss addiert.

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Lernfeld 3 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Aufträge bearbeiten.

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