Niveau: Einfach Standard Studienbrücke

Bilanzanalyse

Die Auswertung des Jahresabschlusses mithilfe von Kennzahlen zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage.

Bilanzanalyse

Die Bilanzanalyse ist die systematische Auswertung des Jahresabschlusses (Bilanz und GuV) eines Unternehmens. Ziel ist es, Erkenntnisse über die aktuelle wirtschaftliche Lage, die finanzielle Stabilität und die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu gewinnen. Man unterscheidet zwischen der internen Bilanzanalyse (durch das Management/Controlling, mit Zugriff auf alle internen Daten) und der externen Bilanzanalyse (durch Banken, Lieferanten oder Konkurrenten, die nur den veröffentlichten Jahresabschluss kennen).

Wichtige Kennzahlen der Bilanzanalyse

Um die absoluten Zahlen der Bilanz vergleichbar zu machen, werden Kennzahlen (Ratios) gebildet. Für Kaufleute für Büromanagement sind vor allem folgende Kennzahlen relevant:

  • Eigenkapitalquote: (Eigenkapital / Gesamtkapital) * 100.
    Diese Kennzahl zeigt, wie viel Prozent des Kapitals dem Unternehmen selbst gehört. Eine hohe Eigenkapitalquote (z.B. über 30 %) bedeutet eine hohe finanzielle Unabhängigkeit von Banken und eine gute Krisenresistenz.
  • Liquidität 1. Grades (Barliquidität): (Flüssige Mittel / Kurzfristiges Fremdkapital) * 100.
    Zeigt, zu wie viel Prozent die sofort fälligen Schulden durch Bankguthaben und Kasse gedeckt sind.
  • Liquidität 2. Grades (Einzugsliquidität): ((Flüssige Mittel + Kurzfristige Forderungen) / Kurzfristiges Fremdkapital) * 100.
    Dies ist die wichtigste Liquiditätskennzahl. Sie sollte mindestens 100 % betragen. Ist sie kleiner als 100 %, drohen Zahlungsengpässe, da die kurzfristigen Schulden höher sind als das verfügbare Geld plus die Gelder, die in Kürze von Kunden eingehen.
  • Anlagendeckung: Zeigt, inwieweit das langfristig gebundene Anlagevermögen durch langfristiges Kapital (Eigenkapital + langfristige Kredite) finanziert ist (Goldene Bilanzregel).

Praxisbeispiel im Büromanagement:
Die Geschäftsführerin Frau Weber bittet Laura, die Liquidität 2. Grades für das abgelaufene Jahr zu berechnen. Laura entnimmt der Bilanz folgende Werte: Bankguthaben = 40.000 €, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen = 80.000 €, Kurzfristige Verbindlichkeiten = 100.000 €.
Rechnung: ((40.000 + 80.000) / 100.000) * 100 = 120 %.
Laura kann Frau Weber beruhigen: Die Liquidität ist mit 120 % sehr gut, das Unternehmen kann alle kurzfristigen Rechnungen problemlos bezahlen.

Prüfungsrelevanz

In der IHK-Prüfung wird oft eine verkürzte Bilanz vorgegeben. Du musst dann die Formeln für die Eigenkapitalquote oder die Liquiditätsgrade auswendig wissen, die richtigen Zahlen aus der Bilanz heraussuchen, die Kennzahl berechnen und das Ergebnis bewerten (z.B. "Ist der Wert von 80 % bei der Liquidität 2. Grades gut oder schlecht?").

Passender Kurs

Lernfeld 6 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Wertströme erfassen und beurteilen.

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