Gestreckte Abschlussprüfung (GAP)
Ein Prüfungsmodell, bei dem die Abschlussprüfung in zwei zeitlich getrennte Teile aufgeteilt wird, die beide in die Endnote einfließen.
Definition und Konzept
Die gestreckte Abschlussprüfung (GAP) ist ein modernes Prüfungsformat in der dualen Berufsausbildung, das die klassische Trennung von Zwischen- und Abschlussprüfung abgelöst hat. Bei der GAP gibt es keine Zwischenprüfung mehr, deren Note irrelevant für das Endzeugnis ist. Stattdessen wird die Abschlussprüfung in zwei zeitlich voneinander getrennte Teile (Teil 1 und Teil 2) "gestreckt". Beide Teile fließen mit einer festgelegten prozentualen Gewichtung in die finale Abschlussnote ein. Dieses System gilt auch für den Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement.
Struktur der GAP für Kaufleute für Büromanagement
Die Prüfung teilt sich wie folgt auf:
- Teil 1 der Abschlussprüfung: Dieser findet in der Regel zur Mitte der Ausbildung statt (meist nach 18 Monaten). Geprüft wird der Bereich "Informationstechnisches Büromanagement". Es handelt sich um eine computergestützte Prüfung, in der praxisnahe Aufgaben mit Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogrammen (meist Word und Excel) gelöst werden müssen. Dieser Teil macht 25 % der Gesamtnote aus.
- Teil 2 der Abschlussprüfung: Dieser findet am Ende der Ausbildungszeit statt und macht die restlichen 75 % der Gesamtnote aus. Er besteht aus drei Prüfungsbereichen:
- Kundenbeziehungsprozesse: Eine schriftliche Prüfung (Gewichtung 30 %).
- Wirtschafts- und Sozialkunde (WISO): Eine schriftliche Prüfung, oft im Multiple-Choice-Format (Gewichtung 10 %).
- Fachaufgabe in der Wahlqualifikation: Eine mündliche Prüfung in Form eines fallbezogenen Fachgesprächs. Der Prüfling zeigt hier seine Kompetenzen in einer von zwei gewählten Spezialisierungen (Gewichtung 35 %).
Praxisbeispiel im Büromanagement
Emre ist im zweiten Lehrjahr bei der Lernleicht GmbH. Er bereitet sich gerade auf Teil 1 seiner GAP vor. Sein Ausbilder Herr Schmidt gibt ihm alte Prüfungsaufgaben, in denen Emre Serienbriefe erstellen und komplexe SVERWEIS-Funktionen in Excel anwenden muss. Emre weiß, dass er sich anstrengen muss, denn wenn er in Teil 1 eine schlechte Note schreibt, zieht das seine Endnote am Ende der Ausbildung unwiderruflich nach unten, da diese Note bereits zu einem Viertel feststeht.
Prüfungsrelevanz (IHK)
Das Wissen über die Struktur der eigenen Prüfung ist essenziell. In Prüfungsaufgaben wird oft nach der genauen prozentualen Gewichtung der einzelnen Teile gefragt. Merke dir unbedingt die Aufteilung: 25 % (Teil 1) und 75 % (Teil 2, aufgeteilt in 30/10/35). Ein weiterer wichtiger Punkt: Um die gesamte Prüfung zu bestehen, müssen im Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichende Leistungen (50 Punkte) erbracht werden, und in Teil 2 darf kein Bereich mit "ungenügend" (unter 30 Punkte) bewertet worden sein.
Passender Kurs
VERIFIZIERTE FAKTEN (für LF1 relevant): - BBiG: Probezeit 1-4 Monate (§20), Kündigung während Probezeit ohne Frist (§22 Abs.1) - Ausbildungsvergütung...
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