Konfliktarten
Kategorisierung von Konflikten nach ihrer Ursache (Sach-, Beziehungs-, Rollen- und Wertekonflikt) zur Wahl der richtigen Lösungsstrategie.
Definition und Bedeutung
Im betrieblichen Umfeld treffen Menschen mit unterschiedlichen Zielen, Aufgaben und Persönlichkeiten aufeinander. Reibungen sind dabei unvermeidlich. Um einen Konflikt erfolgreich lösen zu können, muss zunächst analysiert werden, um welche Konfliktart es sich handelt. Eine sachliche Diskussion hilft nicht, wenn das eigentliche Problem eine persönliche Abneigung ist. In der Betriebswirtschaft und Psychologie unterscheidet man primär vier Konfliktarten.
Die vier Haupt-Konfliktarten
- Sachkonflikt (auch Ziel- oder Wegekonflikt): Hier geht es rein um die Sache. Die Parteien haben unterschiedliche Ziele oder sind sich uneinig über den Weg, wie ein gemeinsames Ziel erreicht werden soll.
Beispiel: Die Marketingabteilung möchte das Budget für Social-Media-Werbung ausgeben, der Vertrieb möchte das gleiche Budget für Messeauftritte nutzen. Lösung: Kompromissfindung, Priorisierung durch die Geschäftsführung. - Beziehungskonflikt: Die Ursache liegt auf der zwischenmenschlichen Ebene. Es herrschen Antipathie, mangelnder Respekt, Neid oder ungeklärte Spannungen. Oft werden Beziehungskonflikte als Sachkonflikte getarnt (man streitet über den offenen Fensterflügel, meint aber eigentlich die arrogante Art des Kollegen).
Lösung: Klärende Gespräche, Feedback-Regeln, Mediation. - Rollenkonflikt: Entsteht, wenn an eine Person widersprüchliche Erwartungen herangetragen werden, die sie nicht gleichzeitig erfüllen kann. Man unterscheidet den Inter-Rollenkonflikt (eine Person hat zwei Rollen, z.B. Abteilungsleiter und gleichzeitig Kumpel der Mitarbeiter) und den Intra-Rollenkonflikt (verschiedene Personen haben widersprüchliche Erwartungen an dieselbe Rolle, z.B. Chef erwartet vom Azubi Überstunden, Berufsschule erwartet gemachte Hausaufgaben).
Lösung: Rollenklärung, Prioritäten setzen, offene Kommunikation der Überforderung. - Wertekonflikt: Kollision von fundamentalen moralischen, ethischen oder kulturellen Grundüberzeugungen.
Beispiel: Ein Mitarbeiter legt höchsten Wert auf ökologische Nachhaltigkeit und weigert sich, bei einem Lieferanten zu bestellen, der umweltschädlich produziert. Der Einkaufsleiter sieht nur den günstigen Preis.
Lösung: Sehr schwer zu lösen. Oft hilft nur Toleranz oder die Schaffung übergeordneter Unternehmensrichtlinien.
Prüfungsrelevanz
In der IHK-Prüfung wird häufig eine kurze Bürosituation geschildert. Deine Aufgabe ist es dann, die vorliegende Konfliktart zu benennen und zu begründen. Achte bei der Analyse des Textes genau darauf, was der wahre Auslöser des Streits ist.
Passender Kurs
Lernfeld 7 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Gesprächssituationen gestalten.
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