Meldebestand
Der Lagerbestand, bei dessen Erreichen eine neue Bestellung ausgelöst werden muss.
Definition: Meldebestand
Der Meldebestand (auch Bestellpunkt genannt) ist eine zentrale Kennzahl in der Lagerlogistik und Materialwirtschaft. Er definiert exakt den Lagerbestand, bei dessen Erreichen zwingend eine neue Bestellung beim Lieferanten ausgelöst werden muss. Das Ziel des Meldebestands ist es, sicherzustellen, dass während der Lieferzeit der neuen Ware immer genug Material für den laufenden Betrieb vorhanden ist, ohne dass der eiserne Mindestbestand angetastet werden muss.
Berechnung und Formel
Die Berechnung des Meldebestands ist ein absoluter Klassiker in der IHK-Prüfung für Kaufleute für Büromanagement. Die Formel lautet:
Meldebestand = (Tagesverbrauch × Lieferzeit in Tagen) + Mindestbestand
Wichtig dabei ist, dass die Einheiten übereinstimmen. Wenn der Verbrauch pro Woche angegeben ist, muss dieser erst auf den Tag heruntergerechnet werden, sofern die Lieferzeit in Tagen angegeben ist.
Praxisbeispiel im Büromanagement
Stell dir vor, du arbeitest im Einkauf der Lernleicht GmbH. Ihr verbraucht jeden Tag 10 Pakete Druckerpapier. Euer Lieferant, die Papierwerk Süddeutsch GmbH, benötigt von der Bestellung bis zur Lieferung genau 5 Tage. Euer Ausbilder Herr Schmidt hat festgelegt, dass immer eine eiserne Reserve (Mindestbestand) von 30 Paketen im Lager bleiben muss, falls mal ein LKW eine Panne hat.
Rechnung: (10 Pakete/Tag × 5 Tage Lieferzeit) + 30 Pakete Mindestbestand = 50 + 30 = 80 Pakete.
Sobald das Lagerverwaltungssystem anzeigt, dass nur noch 80 Pakete auf Lager sind, musst du bestellen. In den 5 Tagen, die der Lieferant braucht, verbraucht ihr 50 Pakete. Wenn der Lieferant ankommt, sind genau noch die 30 Pakete Mindestbestand da. Das Lager läuft also nie leer!
Prüfungsrelevanz und häufige Fehler
In Prüfungen wird oft versucht, dich zu verwirren, indem zusätzliche, irrelevante Zahlen genannt werden (z.B. der Höchstbestand oder der Preis). Konzentriere dich strikt auf die drei Variablen: Tagesverbrauch, Lieferzeit und Mindestbestand. Ein weiterer häufiger Fehler ist es, den Mindestbestand bei der Addition zu vergessen. Ohne den Mindestbestand würdest du genau in dem Moment auf null Bestand fallen, wenn die neue Lieferung eintrifft – das ist in der Praxis viel zu riskant (Just-in-Time), da jede kleine Verzögerung sofort zum Produktions- oder Arbeitsausfall führt.
Verwandte Begriffe
- Mindestbestand: Die eiserne Reserve, die nur im absoluten Notfall angefasst wird.
- Höchstbestand: Die maximale Menge, die eingelagert wird (oft nach Eintreffen der Lieferung erreicht).
- Bestellpunktverfahren: Das System, das den Meldebestand nutzt, um Bestellungen auszulösen.
Passender Kurs
Lernfeld 4 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Sachgüter und Dienstleistungen beschaffen und Verträge schließen.
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