Niveau: Einfach Standard Studienbrücke

Selbstkosten

Die Summe aller Kosten (Herstellkosten + Verwaltung + Vertrieb), die für ein Produkt anfallen. Entspricht der langfristigen Preisuntergrenze.

Definition und betriebswirtschaftliche Bedeutung

Die Selbstkosten sind eine zentrale betriebswirtschaftliche Größe in der Kosten- und Leistungsrechnung. Sie umfassen die Summe aller Kosten, die bei der Entwicklung, Produktion, Verwaltung und dem Vertrieb eines Produktes oder einer Dienstleistung anfallen. In der Zuschlagskalkulation bilden sie die Zwischensumme, bevor der Gewinnzuschlag addiert wird. Die Selbstkosten geben dem Unternehmer die Antwort auf die Frage: "Wie viel Geld kostet es mich insgesamt, dieses eine Produkt herzustellen und zu verkaufen, wenn ich alle Kosten des Unternehmens (inklusive Miete, Strom, Gehälter der Verwaltung) anteilig mit einrechne?"

Zusammensetzung der Selbstkosten

Die Selbstkosten setzen sich aus den Herstellkosten und den Verwaltungs- sowie Vertriebsgemeinkosten zusammen. Die Formel lautet:

  • Herstellkosten (HK) (bestehend aus MEK + MGK + FEK + FGK)
  • + Verwaltungsgemeinkosten (VwGK)
  • + Vertriebsgemeinkosten (VtGK)
  • = Selbstkosten (SK)

Die langfristige Preisuntergrenze

Die Selbstkosten sind identisch mit der sogenannten langfristigen Preisuntergrenze. Wenn ein Unternehmen ein Produkt exakt zu den Selbstkosten verkauft, macht es weder Gewinn noch Verlust (das Betriebsergebnis für dieses Produkt ist exakt 0,00 €). Alle anfallenden Kosten sind gedeckt. Ein Unternehmen kann es sich leisten, Produkte zu diesem Preis zu verkaufen, ohne in die Insolvenz zu rutschen, wird aber auf Dauer kein Kapital für neue Investitionen ansammeln können. Verkauft das Unternehmen unter den Selbstkosten, macht es langfristig Verlust.

Praxisbeispiel bei der Lernleicht GmbH

Die Lernleicht GmbH bietet einen Aktenvernichtungs-Service an. Laura hat kalkuliert, dass die Herstellkosten (Fahrtkosten, Lohn des Fahrers, Abschreibung des Schredders) bei 150,00 € pro Einsatz liegen. Die Verwaltungsgemeinkosten (Büro, Buchhaltung) machen 20,00 € aus, der Vertrieb (Werbung) 10,00 €. Die Selbstkosten liegen somit bei 180,00 €. Ein Großkunde möchte den Service buchen, will aber nur 170,00 € zahlen. Frau Weber (GF) lehnt ab: "180,00 € sind unsere Selbstkosten. Wenn wir für 170,00 € fahren, zahlen wir langfristig drauf, weil unsere Verwaltungskosten nicht gedeckt sind."

Prüfungsrelevanz für Kaufleute für Büromanagement

In Prüfungen wird oft nach der "langfristigen Preisuntergrenze" gefragt. Die Antwort lautet immer: Selbstkosten. Verwechseln Sie dies nicht mit der "kurzfristigen Preisuntergrenze", welche nur die variablen Kosten (meist Material- und Fertigungseinzelkosten) abdeckt. Zudem müssen Sie wissen, dass der Gewinnzuschlag im Kalkulationsschema immer prozentual auf die Selbstkosten aufgeschlagen wird, um den Barverkaufspreis zu ermitteln.

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