Umschlagshäufigkeit
Kennzahl, die angibt, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand pro Jahr komplett verbraucht und erneuert wird.
Definition: Umschlagshäufigkeit
Die Umschlagshäufigkeit ist eine der wichtigsten betriebswirtschaftlichen Kennzahlen in der Lagerlogistik. Sie gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand eines bestimmten Artikels (oder des gesamten Lagers) innerhalb einer Periode – meistens eines Jahres – komplett verbraucht (umgeschlagen) und durch neue Lieferungen wieder aufgefüllt wird. Sie ist ein direkter Indikator für die Wirtschaftlichkeit des Lagers.
Berechnung und Formel
Um die Umschlagshäufigkeit zu berechnen, benötigt man zwei Werte: den gesamten Jahresverbrauch (oder Wareneinsatz) und den durchschnittlichen Lagerbestand.
Umschlagshäufigkeit = Jahresverbrauch / Durchschnittlicher Lagerbestand
Hinweis: Die Berechnung kann mengenmäßig (in Stück, kg, Liter) oder wertmäßig (in Euro) erfolgen. Wichtig ist nur, dass Zähler und Nenner in der gleichen Einheit stehen.
Interpretation der Kennzahl
Grundsätzlich gilt in der Betriebswirtschaft: Je höher die Umschlagshäufigkeit, desto besser.
Eine hohe Umschlagshäufigkeit bedeutet, dass die Ware nur sehr kurz im Lager liegt, bevor sie verbraucht oder verkauft wird. Das hat mehrere positive Effekte für das Unternehmen:
- Geringere Kapitalbindung: Es liegt weniger totes Kapital im Lager, das Unternehmen hat mehr liquide Mittel.
- Geringere Lagerkosten: Weniger Platzbedarf, weniger Versicherungskosten, weniger Schwund oder Veralterung der Ware.
- Kürzere Lagerdauer: Die durchschnittliche Lagerdauer (Formel: 360 / Umschlagshäufigkeit) sinkt.
Eine zu niedrige Umschlagshäufigkeit deutet auf sogenannte "Ladenhüter" hin – Artikel, die Platz wegnehmen, aber kaum gebraucht werden.
Praxisbeispiel
Die Lernleicht GmbH verbraucht im Jahr 2.400 Pakete Druckerpapier. Der durchschnittliche Lagerbestand liegt bei 200 Paketen.
Rechnung: 2.400 / 200 = 12.
Das bedeutet, das Lager für Druckerpapier schlägt sich 12-mal im Jahr um. Im Durchschnitt wird das Lager also jeden Monat einmal komplett geleert und neu gefüllt. Die durchschnittliche Lagerdauer beträgt somit 30 Tage (360 / 12).
Prüfungsrelevanz
In der IHK-Prüfung musst du nicht nur die Formel anwenden können, sondern auch Maßnahmen vorschlagen, wie man eine schlechte (niedrige) Umschlagshäufigkeit verbessern kann. Typische richtige Antworten sind dann: Sortiment bereinigen (Ladenhüter aussortieren), Mindestbestände senken, häufiger in kleineren Mengen bestellen (Just-in-Time-Ansätze prüfen) oder Marketingaktionen für schwer verkäufliche Ware starten.
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