Bestandskonto
Ein Konto in der Buchführung, das eine Position aus der Bilanz (Vermögen oder Kapital) abbildet und dessen Saldo von einem Geschäftsjahr ins nächste übertragen wird.
Definition
Ein Bestandskonto ist ein Konto in der doppelten Buchführung, das direkt aus einer Bilanzposition abgeleitet wird. Es dient der Erfassung von Beständen und deren Veränderungen über ein Geschäftsjahr. Im Gegensatz zu Erfolgskonten werden die Endbestände (Salden) der Bestandskonten am Jahresende nicht auf null gesetzt, sondern in die Schlussbilanz und von dort als Anfangsbestände in das neue Geschäftsjahr übernommen. Man unterscheidet zwischen Aktiv- und Passivkonten.
Erklärung im Kontext Büromanagement
Für Kaufleute für Büromanagement ist das Verständnis von Bestandskonten fundamental, da fast alle alltäglichen Buchungsvorgänge diese Konten berühren. Wenn du eine Rechnung bezahlst, buchst du auf den Konten "Bank" (Aktivkonto) und "Verbindlichkeiten" (Passivkonto). Wenn du einen neuen Computer für das Büro kaufst, berührt das die Konten "Büro- und Geschäftsausstattung" (Aktivkonto) und je nach Bezahlung "Bank" oder "Verbindlichkeiten". Die korrekte Führung dieser Konten stellt sicher, dass das Unternehmen jederzeit einen genauen Überblick über sein Vermögen (Was besitze ich?) und seine Schulden (Wem schulde ich etwas?) hat.
Praxisbeispiel bei der Lernleicht GmbH
Laura Müller soll den Kauf eines neuen Regalsystems für das Lager im Wert von 3.000 € buchen. Die Bezahlung erfolgt per Banküberweisung. Beide betroffenen Konten sind Bestandskonten:
- Büro- und Geschäftsausstattung (BGA): Dies ist ein Aktivkonto. Der Wert des Anlagevermögens nimmt zu. Eine Mehrung auf einem Aktivkonto wird im Soll gebucht.
- Bank: Dies ist ebenfalls ein Aktivkonto. Der Geldbestand auf dem Bankkonto nimmt ab. Eine Minderung auf einem Aktivkonto wird im Haben gebucht.
Der Buchungssatz lautet also: Büro- und Geschäftsausstattung 3.000 € an Bank 3.000 €. Dieser Vorgang ist ein Aktivtausch. Das Gesamtvermögen der Lernleicht GmbH bleibt gleich, nur seine Zusammensetzung hat sich geändert (weniger Geld auf der Bank, dafür mehr Ausstattung).
Prüfungsrelevanz
In der IHK-Abschlussprüfung ist die Unterscheidung zwischen Bestands- und Erfolgskonten sowie die Kenntnis ihrer Buchungsregeln eine absolute Grundlage. Du musst in der Lage sein, Geschäftsvorfälle zu analysieren und die korrekten Buchungssätze auf den entsprechenden Bestandskonten zu bilden. Typische Aufgaben umfassen die Eröffnung von Bestandskonten, die Buchung der vier Arten von Bilanzveränderungen und den Abschluss der Konten über das Schlussbilanzkonto (SBK).
Verwandte Begriffe
- Aktivkonto
- Passivkonto
- Erfolgskonto
- Eröffnungsbilanzkonto (EBK)
- Schlussbilanzkonto (SBK)
- Bilanz
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