Bestellpunktverfahren
Ein verbrauchsgesteuertes Bestellverfahren, bei dem eine Bestellung ausgelöst wird, sobald der Lagerbestand einen definierten Meldebestand erreicht.
Definition und Funktions-Weise
Das Bestell-Punkt-Verfahren ist eine Methode für das Lager und den Einkauf. Es gehört zu den Verfahren, die auf den Verbrauch achten. Die Idee ist: Man bestellt nicht an einem festen Tag. Man bestellt, wenn eine bestimmte Menge im Lager erreicht ist. Diese Menge nennt man Melde-Bestand oder Bestell-Punkt. Wenn der Lager-Bestand so niedrig ist, wird eine Bestellung gemacht. Die Menge der Bestellung ist meistens fest.
Wichtige Bestands-Größen
Für das Bestell-Punkt-Verfahren muss man drei wichtige Bestands-Größen kennen:
- Mindest-Bestand (auch: Sicherheits-Bestand): Das ist ein Puffer für Not-Fälle. Er ist nicht für den normalen Verbrauch. Er hilft bei Problemen. Zum Beispiel, wenn eine Lieferung zu spät kommt. Oder wenn plötzlich mehr Kunden etwas kaufen wollen.
- Melde-Bestand: Das ist die wichtigste Zahl für die Steuerung. Er wird so berechnet, dass die neue Ware pünktlich ankommt. Sie soll ankommen, bevor der Mindest-Bestand gebraucht wird. Die Formel dafür ist:
Melde-Bestand = (Verbrauch pro Tag × Liefer-Zeit in Tagen) + Mindest-Bestand. - Höchst-Bestand: Das ist die maximale Menge im Lager. Wenn die neue Ware ankommt, ist der Höchst-Bestand wieder erreicht. Die Formel ist:
Höchst-Bestand = Mindest-Bestand + Bestell-Menge.
Anwendung im Büro-Management
Im Büro-Management nutzt man das Verfahren für wichtige Waren. Das sind meistens A- und B-Güter. Ihr Verbrauch ist oft nicht gleich-mäßig.
Die Lernleicht GmbH verkauft teure Drucker. Das ist ein A-Gut. Der Verkauf der Drucker ist jeden Tag anders. Mal verkauft die Firma fünf Drucker. Mal verkauft sie gar keinen. Die Firma will nicht zu viele teure Drucker im Lager haben. Sie will aber immer liefern können. Deshalb nutzt sie das Bestell-Punkt-Verfahren. Der Computer prüft den Bestand immer. Wenn nur noch 15 Drucker da sind, bekommt Laura eine Nachricht. Sie bestellt dann 25 neue Drucker.
Vorteile und Nachteile
- Vorteile: Man hat weniger Waren im Lager als bei anderen Verfahren. Das spart Lager-Kosten und Geld. Man kann gut auf Änderungen beim Verbrauch reagieren.
- Nachteile: Man muss den Bestand immer kontrollieren. Ohne einen Computer ist das sehr viel Arbeit. Es kann sein, dass man oft kleine Mengen bestellen muss. Das macht mehr Verwaltungs-Arbeit.
Wichtigkeit für die Prüfung
Das Bestell-Punkt-Verfahren ist ein sehr wichtiges Thema in der Prüfung. Du musst:
- Das Verfahren erklären können. Du musst den Unterschied zum Bestell-Rhythmus-Verfahren kennen.
- Die Begriffe Mindest-Bestand, Melde-Bestand und Höchst-Bestand erklären können.
- Den Melde-Bestand mit einer Formel ausrechnen können.
- Die Vorteile und Nachteile kennen. Du musst sagen können, für welche Waren das Verfahren gut ist.
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Lernfeld 4 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Sachgüter und Dienstleistungen beschaffen und Verträge schließen.
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