Business Process Model and Notation (BPMN 2.0)
Ein internationaler Standard zur grafischen Darstellung von Geschäftsprozessen, der als gemeinsame Sprache zwischen Fachabteilungen und IT dient.
Definition und Ziel
Business Process Model and Notation (BPMN), in der aktuellen Version 2.0, ist ein weltweit anerkannter Standard der Object Management Group (OMG) für die Modellierung von Geschäftsprozessen. Das Hauptziel von BPMN ist es, eine standardisierte, leicht verständliche Notation bereitzustellen, die von allen Beteiligten eines Unternehmens – von den Fachanwendern über die Business-Analysten bis hin zu den IT-Entwicklern – gleichermaßen verstanden wird. BPMN schlägt somit eine Brücke zwischen dem fachlichen Prozessdesign und der technischen Umsetzung in IT-Systemen.
Kernelemente von BPMN 2.0
BPMN verfügt über einen umfangreichen Satz an Symbolen, die in vier Hauptkategorien unterteilt sind:
- Flow Objects (Flussobjekte): Sie definieren das Verhalten des Prozesses.
- Events (Ereignisse): Dargestellt als Kreise. Sie lösen einen Prozess aus (Startereignis), beenden ihn (Endereignis) oder treten während des Prozesses auf (Zwischenereignis).
- Activities (Aktivitäten): Dargestellt als abgerundete Rechtecke. Sie repräsentieren eine auszuführende Arbeit (Task) oder einen komplexeren Unterprozess (Sub-Process).
- Gateways (Verteiler): Dargestellt als Rauten. Sie steuern die Verzweigung und Zusammenführung des Prozessflusses (z.B. exklusiv, parallel, inklusiv).
- Connecting Objects (Verbindungsobjekte): Sie verbinden die Flussobjekte miteinander.
- Sequence Flow (Sequenzfluss): Eine durchgezogene Linie mit Pfeil, die die Reihenfolge der Aktivitäten anzeigt.
- Message Flow (Nachrichtenfluss): Eine gestrichelte Linie, die die Kommunikation zwischen verschiedenen Prozessteilnehmern (Pools) darstellt.
- Swimlanes (Schwimmbahnen): Sie organisieren die Aktivitäten nach Verantwortlichkeiten.
- Pool: Ein Behälter für einen einzelnen Prozess, der einen Prozessteilnehmer repräsentiert (z.B. die Lernleicht GmbH).
- Lane (Bahn): Eine Unterteilung innerhalb eines Pools, die eine Rolle, Abteilung oder Person darstellt (z.B. Einkauf, Lager).
- Artifacts (Artefakte): Sie dienen dazu, dem Diagramm zusätzliche Informationen hinzuzufügen (z.B. Datenobjekte, Anmerkungen).
Kontext im Büromanagement
Für Kaufleute für Büromanagement ist BPMN die wichtigste und zukunftsweisende Methode zur Prozessdarstellung. Die Fähigkeit, BPMN-Diagramme zu lesen und einfache Prozesse selbst zu modellieren, wird immer mehr zur Grundvoraussetzung. Besonders die Swimlane-Darstellung ist extrem wertvoll, da sie Schnittstellen und Verantwortlichkeiten transparent macht – genau die Bereiche, in denen im Büroalltag oft Probleme, Verzögerungen und Missverständnisse entstehen. BPMN hilft, klar zu definieren: Wer macht was und wann wird eine Aufgabe an wen übergeben?
Prüfungsrelevanz
BPMN 2.0 gewinnt in den IHK-Prüfungen zunehmend an Bedeutung. Prüflinge sollten die grundlegenden Symbole (Startereignis, Endereignis, Task, exklusives Gateway) erkennen und benennen können. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Verständnis von Pools und Lanes. Es kann verlangt werden, ein Diagramm zu interpretieren und zu erklären, welche Abteilung für welche Aufgabe zuständig ist oder wo eine Schnittstelle zwischen zwei Abteilungen liegt.
Verwandte Begriffe
- Prozessmodellierung
- EPK (Ereignisgesteuerte Prozesskette)
- Workflow-Management
- Swimlane
- Prozessautomatisierung
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