Fixkosten
Kosten, die unabhängig von der Produktions- oder Absatzmenge innerhalb eines bestimmten Zeitraums konstant bleiben.
Definition
Fixkosten (auch als fixe Kosten, Bereitschaftskosten oder beschäftigungsunabhängige Kosten bezeichnet) sind eine Kostenkategorie in der Betriebswirtschaft. Ihr wesentliches Merkmal ist, dass ihre Höhe innerhalb eines bestimmten Zeitraums (z.B. einem Monat oder Jahr) und innerhalb definierter Kapazitätsgrenzen unverändert bleibt, unabhängig davon, wie hoch die Produktions- oder Absatzmenge (die „Beschäftigung“) ist. Sie fallen auch dann an, wenn das Unternehmen nichts produziert oder verkauft, da sie die Kosten für die Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft darstellen.
Erklärung im Kontext Büromanagement
Im Arbeitsalltag eines Kaufmanns für Büromanagement sind Fixkosten allgegenwärtig. Sie bilden das finanzielle Grundgerüst des Unternehmens. Das Management und Controlling dieser Kosten ist eine zentrale Aufgabe, da sie kontinuierlich „verdient“ werden müssen, bevor das Unternehmen überhaupt einen Gewinn erzielen kann. Aufgaben wie die Überprüfung von Mietverträgen, die Verwaltung von Versicherungen, die Gehaltsabrechnung oder die Planung von Investitionen (die zu Abschreibungen führen) sind direkt mit dem Fixkostenblock des Unternehmens verknüpft. Ein hohes Maß an Fixkosten bedeutet ein hohes unternehmerisches Risiko, da auch in umsatzschwachen Zeiten hohe Ausgaben gedeckt werden müssen (sog. Fixkostenfalle).
Praxisbeispiel bei der Lernleicht GmbH
Laura Müller bekommt von ihrem Ausbilder, Herrn Schmidt, die Aufgabe, eine Liste der wichtigsten monatlichen Fixkosten der Lernleicht GmbH zusammenzustellen. Ihre Liste könnte so aussehen:
- Miete für Büro und Lager: 25.000,00 € - Dieser Betrag ist im Mietvertrag festgelegt und ändert sich nicht, egal ob 100 oder 10.000 Pakete das Lager verlassen.
- Gehälter für Angestellte: 55.000,00 € - Die Gehälter für die Geschäftsführung (Frau Weber), die Verwaltung (z.B. Frau Richter), den Einkauf (Herr Schmidt) und den Vertrieb (Frau Klein) sind vertraglich vereinbart und monatlich fällig. Auch Lauras Ausbildungsvergütung gehört dazu.
- Lineare Abschreibungen: 4.000,00 € - Die Wertminderung für die Büroausstattung, die IT-Infrastruktur (verwaltet von Herrn Fischer) und die Firmenfahrzeuge wird als konstanter monatlicher Betrag verbucht.
- Versicherungsprämien: 1.500,00 € - Beiträge für die Betriebshaftpflicht- und Inhaltsversicherung.
- Leasingraten: 500,00 € - Für die von TechOffice Systems KG geleaste Multifunktionsdruckerflotte.
Insgesamt muss die Lernleicht GmbH jeden Monat einen Deckungsbeitrag von mindestens 86.000,00 € erwirtschaften, nur um diese Fixkosten zu decken.
Prüfungsrelevanz
Das Verständnis von Fixkosten ist fundamental für die gesamte Kosten- und Leistungsrechnung in der Prüfung. Es wird erwartet, dass Auszubildende:
- Fixkosten von variablen Kosten klar abgrenzen können.
- Typische Beispiele für Fixkosten in einem Handels- oder Dienstleistungsunternehmen nennen können.
- Die Rolle der Fixkosten in der Deckungsbeitragsrechnung und der Break-Even-Analyse verstehen und anwenden können.
- Die Problematik der Fixkostendegression (die fixen Stückkosten sinken mit steigender Produktionsmenge) erklären können.
Verwandte Begriffe
- Variable Kosten: Das Gegenstück zu den Fixkosten.
- Deckungsbeitrag: Der Betrag, der zur Deckung der Fixkosten dient.
- Break-Even-Point: Die Gewinnschwelle, an der die Fixkosten durch den Deckungsbeitrag gedeckt sind.
- Sprungfixe Kosten: Kosten, die innerhalb eines Intervalls fix sind, aber bei Überschreiten einer bestimmten Produktionsmenge sprunghaft ansteigen (z.B. Miete für eine zusätzliche Lagerhalle).
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