Incoterms
International anerkannte, standardisierte Handelsklauseln, die die Pflichten von Verkäufern und Käufern bei der Lieferung von Waren regeln, insbesondere den Kosten- und Gefahrenübergang.
Definition
Die Incoterms (ein Akronym für International Commercial Terms) sind eine Reihe von vordefinierten, internationalen Regeln für die Auslegung von Vertragsklauseln im Warenhandel. Sie werden von der Internationalen Handelskammer (ICC) in Paris herausgegeben und regelmäßig aktualisiert (aktuell: Incoterms® 2020). Ihr Hauptzweck ist es, Missverständnisse und Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, indem sie klar definieren, welche Partei – Verkäufer oder Käufer – für welche Aufgaben, Kosten und Risiken im Zusammenhang mit dem Transport und der Lieferung von Waren verantwortlich ist.
Erklärung im Kontext Büromanagement
Obwohl Incoterms ihren Ursprung im internationalen Handel haben, werden sie zunehmend auch im nationalen Geschäftsverkehr verwendet, um Lieferbedingungen präzise und unmissverständlich zu regeln. Für Kaufleute im Büromanagement, die im Einkauf oder Vertrieb tätig sind, ist ein Grundverständnis der wichtigsten Incoterms unerlässlich. Sie bestimmen maßgeblich den finalen Preis einer Ware. Eine Klausel wie „EXW“ (Ex Works / Ab Werk) bedeutet, dass der Käufer fast alle Kosten und Risiken trägt, während „DDP“ (Delivered Duty Paid / Geliefert verzollt) bedeutet, dass der Verkäufer fast alle Kosten und Risiken übernimmt. Die Wahl des richtigen Incoterms hat direkte Auswirkungen auf die Kalkulation, die Logistikplanung und die Versicherungsdeckung. Ein falsches Verständnis kann zu unerwarteten Kosten und Haftungsrisiken führen.
Praxisbeispiel
Die Lernleicht GmbH möchte spezielle ergonomische Bürostühle von einem Hersteller aus Dänemark importieren. Im Angebot stehen zwei Optionen:
- Preis: 250 € pro Stuhl, Lieferbedingung FCA Kopenhagen (Free Carrier)
- Preis: 290 € pro Stuhl, Lieferbedingung DAP München (Delivered At Place)
Prüfungsrelevanz
Incoterms sind ein relevantes Prüfungsthema, insbesondere im Bereich der Auftragsbearbeitung und Beschaffung. Du solltest:
- Den Zweck und die Funktion der Incoterms erklären können.
- Die Extreme kennen und erläutern können: EXW (Ab Werk) als minimale Verpflichtung für den Verkäufer und DDP (Geliefert verzollt) als maximale Verpflichtung.
- Verstehen, was mit den zentralen Begriffen Kostenübergang und Gefahrenübergang gemeint ist.
- Anhand eines Beispiels die Auswirkungen verschiedener Klauseln (z.B. EXW vs. DAP) auf den Käufer und Verkäufer beschreiben können.
Verwandte Begriffe
- Gefahrenübergang: Der Zeitpunkt, an dem das Risiko des zufälligen Untergangs der Ware vom Verkäufer auf den Käufer übergeht.
- Kostenübergang: Der Zeitpunkt, an dem die Verantwortung für die Bezahlung von Transport- und Versicherungskosten vom Verkäufer auf den Käufer übergeht.
- Erfüllungsort: Der Ort, an dem der Verkäufer seine vertragliche Lieferpflicht erfüllt.
- Bezugskalkulation: Die Incoterms beeinflussen direkt die Höhe der Bezugskosten (Fracht, Versicherung, Zölle), die in die Kalkulation einfließen.
Passender Kurs
Lernfeld 3 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Aufträge bearbeiten.
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