Konjunktur

Die wellenförmigen Schwankungen der gesamtwirtschaftlichen Aktivität, gemessen am realen Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Definition

Als Konjunktur bezeichnet man die zyklischen Schwankungen im Auslastungsgrad des Produktionspotenzials einer Volkswirtschaft. Sie beschreibt das Auf und Ab der wirtschaftlichen Lage und wird in der Regel anhand der Veränderungsrate des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) gemessen. Ein vollständiger Konjunkturzyklus umfasst vier Phasen: Aufschwung (Expansion), Hochkonjunktur (Boom), Abschwung (Rezession) und Tiefphase (Depression).

Erklärung im Kontext Büromanagement

Die Konjunktur hat direkte und indirekte Auswirkungen auf die Lernleicht GmbH. In einer Phase des Aufschwungs oder Booms sind viele Unternehmen optimistisch. Sie investieren in neue Büros, stellen Mitarbeiter ein und benötigen daher mehr Bürobedarf, Büromöbel und Bürotechnik. Für die Lernleicht GmbH bedeutet das eine hohe Nachfrage und gute Umsätze. Die Geschäftsführerin, Frau Kerstin Weber, wird vielleicht über eine Expansion nachdenken und Herr Braun, der Personalleiter, stellt neue Mitarbeiter ein. In einer Rezession hingegen halten sich die Unternehmen mit Investitionen zurück. Projekte werden verschoben, es wird weniger Personal eingestellt. Die Nachfrage nach den Produkten der Lernleicht GmbH sinkt. Die Umsätze gehen zurück, Lagerbestände bauen sich auf. Es könnte zu Maßnahmen wie Kurzarbeit kommen, um Entlassungen zu vermeiden. Die Konjunktur beeinflusst also direkt die Absatzchancen, die Personalplanung und die Investitionsentscheidungen des Unternehmens.

Praxisbeispiel

Laura Müller bemerkt im zweiten Ausbildungsjahr, dass ihr Ausbilder Herr Schmidt im Einkauf deutlich vorsichtiger bestellt. Große Mengen an teuren Bürostühlen werden nicht mehr auf Vorrat bei der TechOffice Systems KG geordert. Gleichzeitig erzählt ihr Emre Yilmaz aus dem Vertrieb, dass viele Firmenkunden, wie die MusterBau AG, ihre Budgets gekürzt haben und Aufträge stornieren. In den Nachrichten wird von einer drohenden Rezession gesprochen. Hier erlebt Laura die direkten Auswirkungen des Konjunkturabschwungs auf die täglichen Geschäftsprozesse: Der Einkauf reduziert die Bestellmengen aufgrund sinkender Absatzerwartungen, und der Vertrieb kämpft mit zurückhaltenden Kunden.

Prüfungsrelevanz

Für die IHK-Prüfung ist es unerlässlich, die vier Phasen des Konjunkturzyklus benennen und charakterisieren zu können. Zu jeder Phase müssen die typischen Entwicklungen von Indikatoren wie BIP, Arbeitslosenquote, Investitionen, Preisen (Inflation) und Zinsen zugeordnet werden können. Häufige Prüfungsaufgaben sind Szenarien, in denen eine wirtschaftliche Situation beschrieben wird und der Prüfling die passende Konjunkturphase identifizieren muss. Das Verständnis der Konjunktur ist auch Voraussetzung, um die Notwendigkeit staatlicher Wirtschaftspolitik (z.B. im Rahmen des Magischen Vierecks) zu verstehen.

Verwandte Begriffe

  • Bruttoinlandsprodukt (BIP)
  • Rezession
  • Inflation / Deflation
  • Magisches Viereck
  • Wirtschaftspolitik

Passender Kurs

Wirtschafts- und Sozialkunde (WiSo) für Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Berufsübergreifende Inhalte zu Wirtschaft, Gesellschaft und Recht.

Zum Kurs →

Wissen testen

Teste dein Wissen zu „Konjunktur" mit diesen Quizzen.

Quiz: Konjunktur (Leicht)

Leicht

5 Fragen

Quiz: Konjunktur (Mittel)

Mittel

5 Fragen

Quiz: Konjunktur (Schwer)

Schwer

5 Fragen