Lagerumschlagshäufigkeit
Eine Kennzahl, die angibt, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand innerhalb einer Periode (meist ein Jahr) komplett verbraucht und ersetzt wurde.
1. Definition und Zielsetzung
Die Lagerumschlagshäufigkeit ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die die Effizienz der Lagerwirtschaft quantifiziert. Sie gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand innerhalb einer definierten Rechnungsperiode (i.d.R. ein Geschäftsjahr) vollständig entnommen und ersetzt wurde. Ziel ist die Maximierung dieser Kennzahl, um die Kapitalbindung zu minimieren, Lagerkosten zu senken und Lagerrisiken (Obsoleszenz, Verderb) zu reduzieren.
2. Formeln
- Wertbasierte Berechnung:
Umschlagshäufigkeit = Wareneinsatz zu Einstandspreisen / Ø Lagerbestand zu Einstandspreisen - Mengenbasierte Berechnung:
Umschlagshäufigkeit = Materialverbrauch (Menge) / Ø Lagerbestand (Menge) - Berechnung des Ø Lagerbestands:
- Einfach:
(Anfangsbestand + Endbestand) / 2 - Gewichtet:
(Anfangsbestand + 4 Quartalsendbestände) / 5 - Exakt:
(Anfangsbestand + 12 Monatsendbestände) / 13
- Einfach:
3. Interpretation
| Hohe Umschlagshäufigkeit | Niedrige Umschlagshäufigkeit |
|---|---|
| + Geringe Kapitalbindung | - Hohe Kapitalbindung |
| + Niedrige Lagerkosten (Zinsen, Miete) | - Hohe Lagerkosten |
| + Geringes Lagerrisiko | - Hohes Lagerrisiko (Veralten, Schwund) |
| - Risiko von Fehlmengen (Out-of-Stock) | + Hohe Lieferbereitschaft |
4. Ableitung der durchschnittlichen Lagerdauer
Die Umschlagshäufigkeit ist die reziproke Größe zur Lagerdauer. Aus ihr lässt sich die durchschnittliche Verweildauer eines Artikels im Lager ableiten.
- Formel:
Ø Lagerdauer [Tage] = 360 / Umschlagshäufigkeit
Eine hohe Umschlagshäufigkeit korreliert somit direkt mit einer niedrigen durchschnittlichen Lagerdauer, was das primäre Ziel der Lageroptimierung ist.
5. Prüfungsrelevanz
Die Berechnung und Interpretation von Lagerkennzahlen ist ein Standardelement in kaufmännischen Abschlussprüfungen. Es wird erwartet, dass die Formeln beherrscht und die Ergebnisse im Unternehmenskontext beurteilt werden können. Häufig sind Vergleiche zwischen Perioden oder Produkten durchzuführen und Handlungsempfehlungen abzuleiten (z.B. "Maßnahmen zur Erhöhung der Umschlagshäufigkeit von Produkt X").
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