Liquidität
Die Fähigkeit eines Unternehmens, seine fälligen Zahlungsverpflichtungen jederzeit und vollständig zu erfüllen.
1. Definition & Abgrenzung
- Liquidität: Fähigkeit zur fristgerechten Erfüllung fälliger Zahlungsverpflichtungen. Es handelt sich um eine kurzfristige, stichtagsbezogene Betrachtung (statisch) oder eine zeitraumbezogene Betrachtung (dynamisch).
- Illiquidität: Mangel an liquiden Mitteln, der zur Zahlungsunfähigkeit führt. Dies ist ein Insolvenzgrund nach § 17 InsO.
- Rentabilität: Misst den Periodenerfolg (Gewinn) im Verhältnis zum eingesetzten Kapital (z.B. Eigenkapitalrentabilität). Zielkonflikt zur Liquidität: Hohe Investitionen zur Rentabilitätssteigerung können Liquidität binden.
2. Messung der Liquidität
- Statische Liquiditätsanalyse (Bilanzkennzahlen):
- Liquidität 1. Grades (Cash Ratio): Deckung kurzfr. Vbk. durch Kasse/Bank.
- Liquidität 2. Grades (Quick Ratio): Deckung kurzfr. Vbk. durch monetäres Umlaufvermögen.
- Liquidität 3. Grades (Current Ratio): Deckung kurzfr. Vbk. durch das gesamte Umlaufvermögen.
- Dynamische Liquiditätsanalyse (Finanzplanung):
- Cashflow-Analyse: Ermittlung des Zahlungsmittelüberschusses aus der operativen Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.
- Liquiditätsplan: Prognose der Ein- und Auszahlungen für zukünftige Perioden zur Früherkennung von Engpässen.
3. Prüfungsrelevante Aspekte
- Formeln: Die Formeln der drei Liquiditätsgrade müssen exakt wiedergegeben werden können.
- Interpretation: Aussagekraft und Schwächen der Kennzahlen erläutern (z.B. Bilanzstichtagsproblematik, geringe Liquidierbarkeit von Vorräten).
- Maßnahmen zur Liquiditätssteuerung:
- Kurzfristig: Forderungsmanagement (Mahnwesen), Nutzung von Kontokorrentkrediten, Skonti ausnutzen.
- Langfristig: Sale-and-Lease-Back, Eigenkapitalerhöhung, Umschuldung.
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