Netiquette

Ein Kofferwort aus „Net“ (für Internet) und „Etiquette“ (Verhaltensregeln), das die ungeschriebenen Regeln für höfliches und angemessenes Verhalten in der elektronischen Kommunikation beschreibt.

Was ist Netiquette?

Netiquette ist ein Kunstwort, das sich aus den Begriffen „Net“ (englisch für Netz, gemeint ist das Internet) und „Etiquette“ (französisch für Verhaltensregeln) zusammensetzt. Es bezeichnet die Gesamtheit der Höflichkeits- und Verhaltensregeln, die in der elektronischen Kommunikation gelten. Während es keine formale, gesetzliche Instanz gibt, die die Netiquette vorschreibt, hat sich über die Jahre ein Konsens über „gutes Benehmen“ im digitalen Raum entwickelt. Diese Regeln sollen eine respektvolle, effiziente und störungsfreie Kommunikation gewährleisten, sei es in E-Mails, Chats, Foren oder sozialen Medien.

Bedeutung im Büromanagement

Für Kaufleute für Büromanagement, die täglich unzählige E-Mails verfassen und empfangen, ist die Beherrschung der Netiquette von zentraler Bedeutung. Eine E-Mail ist die digitale Visitenkarte des Unternehmens und des Mitarbeiters. Verstöße gegen die Netiquette können schnell zu Missverständnissen führen, unprofessionell wirken oder den Empfänger verärgern. Eine gute E-Mail-Etikette trägt dazu bei, Arbeitsabläufe zu beschleunigen, da Anfragen klar formuliert sind und alle notwendigen Informationen enthalten. Sie fördert ein positives Arbeitsklima und stärkt die Beziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern.

Praxisbeispiel: Lauras E-Mail an Herrn Schmidt

Nach ihrem Telefonat mit Herrn Park von der TechOffice Systems KG schreibt Laura die versprochene Zusammenfassung an ihren Ausbilder, Herrn Schmidt. Dabei beachtet sie die wichtigsten Regeln der Netiquette:

  • Aussagekräftiger Betreff: Sie wählt den Betreff: „Lieferverzögerung Drucker (Best. 4711) – Ergebnis Telefonat mit TechOffice Systems KG“. Herr Schmidt weiß sofort, worum es geht.
  • Korrekte Anrede und Grußformel: Sie beginnt mit „Sehr geehrter Herr Schmidt,“ und beendet die E-Mail mit „Mit freundlichen Grüßen“.
  • Struktur und Kürze: Sie gliedert die E-Mail in drei kurze Absätze: 1. Information, dass sie telefoniert hat. 2. Das Ergebnis (Grund der Verzögerung, neuer Liefertermin). 3. Die vereinbarte nächste Aktion (Herr Park schickt die Sendungsnummer).
  • Keine Umgangssprache: Sie vermeidet Abkürzungen wie „LG“ oder Emoticons und formuliert in ganzen, professionellen Sätzen.
  • Vollständige Signatur: Unter ihrer Grußformel steht die offizielle Signatur der Lernleicht GmbH mit allen rechtlich notwendigen Angaben.
  • Verteiler: Sie setzt nur Herrn Schmidt in „An“. Niemand sonst muss diese Information erhalten, daher verwendet sie weder CC noch BCC.

Durch diese professionelle Vorgehensweise liefert Laura nicht nur die Information, sondern beweist auch ihre Kompetenz in der schriftlichen Kommunikation.

Prüfungsrelevanz

Die Regeln der Netiquette sind fester Bestandteil der Prüfungsinhalte, insbesondere im Bereich der schriftlichen Kommunikation. In Prüfungsaufgaben müssen oft fehlerhafte E-Mails korrigiert oder E-Mails nach bestimmten Vorgaben formuliert werden. Wichtige Aspekte sind:

  • Die korrekte Verwendung der Verteiler An, CC und BCC (insbesondere die datenschutzrechtliche Bedeutung von BCC).
  • Die Formulierung eines präzisen Betreffs.
  • Die Wahl der angemessenen Anrede und Grußformel je nach Kontext.
  • Die gesetzlichen Pflichtangaben in einer geschäftlichen Signatur (je nach Rechtsform des Unternehmens).
  • Der Umgang mit Anhängen (Benennung, Verweis im Text).

Verwandte Begriffe

  • E-Mail-Signatur: Der vordefinierte Textblock am Ende einer E-Mail mit Kontakt- und Firmendaten.
  • BCC (Blind Carbon Copy): Eine Funktion im E-Mail-Programm, die für die Netiquette (insbesondere den Datenschutz) relevant ist.
  • DIN 5008: Während die Netiquette eher ungeschriebene Regeln umfasst, macht die DIN 5008 formale Vorgaben, die auch auf E-Mails angewendet werden können (z.B. Datumsformat).

Passender Kurs

Lernfeld 7 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Gesprächssituationen gestalten.

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