Produktivität

Eine mengenmäßige Kennzahl, die das Verhältnis von Ausbringungsmenge (Output) zu Einsatzmenge (Input) misst.

Definition der Produktivität

Die Produktivität ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die die technische Ergiebigkeit eines Produktionsprozesses misst. Sie beschreibt das rein mengenmäßige Verhältnis zwischen dem, was produziert wird (Output oder Ausbringungsmenge), und dem, was dafür eingesetzt wird (Input oder Einsatzmenge). Wichtig ist hierbei, dass die Produktivität frei von Preisen und Werten ist. Es geht ausschließlich um Mengen wie Stück, Kilogramm, Liter oder Stunden.

Die allgemeine Formel lautet: Produktivität = Outputmenge / Inputmenge.

Bedeutung im Büromanagement

Auch in einem Handels- und Verwaltungsbetrieb wie der Lernleicht GmbH spielt Produktivität eine große Rolle, auch wenn nicht im klassischen Sinne produziert wird. Man spricht hier oft von Dienstleistungsproduktivität. Kaufleute für Büromanagement können die Produktivität in verschiedenen Bereichen messen und analysieren:

  • Im Rechnungswesen: Anzahl der gebuchten Rechnungen pro Mitarbeiter und Stunde.
  • Im Vertrieb: Anzahl der geführten Kundentelefonate pro Vertriebsmitarbeiter und Tag.
  • Im Lager: Anzahl der kommissionierten Bestellungen pro Lagermitarbeiter und Stunde.
  • Im Sekretariat: Anzahl der bearbeiteten Poststücke pro Stunde.

Die Messung der Produktivität hilft dabei, die Effizienz von Arbeitsabläufen zu beurteilen, Mitarbeiter fair zu bewerten (Leistungsbeurteilung) und Potenziale für Prozessoptimierungen aufzudecken.

Praxisbeispiel bei der Lernleicht GmbH

Im Einkauf der Lernleicht GmbH, wo Laura Müller gerade eingesetzt ist, werden die eingehenden Lieferantenrechnungen digital erfasst und geprüft. Herr Schmidt möchte die Produktivität des Teams messen. Im letzten Monat haben drei Mitarbeiterinnen insgesamt 4.500 Rechnungen bearbeitet. Jede von ihnen hat 150 Stunden gearbeitet. Laura soll die Arbeitsproduktivität berechnen.

  • Outputmenge: 4.500 Rechnungen
  • Inputmenge: 3 Mitarbeiter * 150 Stunden/Mitarbeiter = 450 Arbeitsstunden

Produktivität = 4.500 Rechnungen / 450 Stunden = 10 Rechnungen pro Stunde.

Mit diesem Wert kann Herr Schmidt nun Vergleiche anstellen. Liegt der Wert über oder unter dem des Vormonats? Wie ist der Wert im Vergleich zu Branchenstandards? Wenn die Produktivität sinkt, kann er nach den Ursachen forschen. Vielleicht ist die neue Software komplizierter oder es gab viele fehlerhafte Rechnungen, die mehr Zeit kosteten.

Abgrenzung zu anderen Kennzahlen

Die saubere Abgrenzung, insbesondere zur Wirtschaftlichkeit, ist entscheidend.

Produktivität ist nicht Wirtschaftlichkeit!

Stellen wir uns vor, die Lernleicht GmbH führt eine neue Software ein, mit der die Mitarbeiter im Einkauf plötzlich 15 Rechnungen pro Stunde bearbeiten können. Die Produktivität ist um 50% gestiegen! Das ist zunächst ein toller Erfolg. Wenn diese neue Software aber extrem teuer in der Anschaffung und Wartung ist (hohe Kosten), kann es sein, dass die Kostensteigerung den Nutzen der Zeitersparnis überwiegt. Der Prozess wäre dann zwar produktiver, aber gleichzeitig unwirtschaftlicher geworden. Dieses Beispiel zeigt, dass beide Kennzahlen wichtig sind und gemeinsam betrachtet werden müssen.

Prüfungsrelevanz

Die Produktivität ist ein Standardthema in der Prüfung. Du musst die Formel kennen und anwenden können. Besonders wichtig ist die Fähigkeit, die Produktivität von der Wirtschaftlichkeit abzugrenzen und die Beziehung zwischen beiden zu erklären. Typische Aufgabenstellungen geben ein Szenario vor, in dem du beurteilen musst, ob eine Maßnahme die Produktivität, die Wirtschaftlichkeit oder beides steigert und warum. Es ist auch wichtig zu verstehen, dass Produktivität in verschiedenen Formen auftreten kann (Arbeitsproduktivität, Maschinenproduktivität, Materialproduktivität).

Passender Kurs

Lernfeld 10 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern.

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