SEPA-Lastschriftverfahren
Ein europaweit standardisiertes Verfahren, bei dem ein Zahlungsempfänger mit Erlaubnis des Zahlers (Mandat) Geld von dessen Konto einziehen darf.
1. Definition & Rechtsgrundlage
- Definition: Ein vom Zahlungsempfänger (Kreditor) ausgelöster Zahlungsvorgang zur Belastung des Kontos des Zahlungspflichtigen (Debitor) auf Basis eines SEPA-Lastschriftmandats.
- Rechtsgrundlage: Einheitliche Regeln im SEPA-Raum (SEPA Rulebooks des European Payments Council), umgesetzt in nationales Recht (z.B. AGB der Banken).
- Mandat: Rechtliche Legitimation für den Einzug. Enthält die Zustimmung des Zahlers gegenüber dem Empfänger und den Auftrag an seine Bank, die Lastschrift einzulösen. Muss Gläubiger-ID und Mandatsreferenz enthalten.
2. Vergleich: Basislastschrift vs. Firmenlastschrift
| Merkmal | SEPA-Basislastschrift (CORE) | SEPA-Firmenlastschrift (B2B) |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Verbraucher (B2C) und Unternehmen (B2B) | Ausschließlich Unternehmen (Nicht-Verbraucher) |
| Widerspruchsrecht (autorisiert) | 8 Wochen nach Belastungsdatum, ohne Angabe von Gründen. | Kein Widerspruchsrecht nach Einlösung. |
| Widerspruchsrecht (unautorisiert) | Bis zu 13 Monate nach Belastung. | Bis zu 13 Monate nach Belastung. |
| Prüfung durch Zahlerbank | Keine obligatorische Prüfung des Mandats vor Ausführung. | Obligatorische Prüfung des Mandats (Mandatskopie muss der Bank vorliegen). |
| Vorlauffrist (Pre-Notification) | Standard: 14 Kalendertage vor Fälligkeit (kann verkürzt werden). | Standard: 14 Kalendertage vor Fälligkeit (kann verkürzt werden). |
| Sicherheit für Empfänger | Geringer, aufgrund des 8-wöchigen Widerspruchsrechts. | Sehr hoch, da Zahlung nach Einlösung final ist. |
3. Prüfungsrelevante Aspekte
- Abgrenzung: Die Unterschiede zwischen CORE und B2B, insbesondere das Widerspruchsrecht, sind zentraler Prüfungsstoff.
- Anwendungsfälle: Begründen können, wann welches Verfahren sinnvoll ist (B2C immer CORE, B2B je nach Vertrauensverhältnis und Sicherheitsbedürfnis).
- Prozessschritte: Den Ablauf von der Mandatserteilung über die Vorabankündigung (Pre-Notification) bis zum Einzug und den potenziellen Rückgaben kennen.
- Begriffe: Gläubiger-ID, Mandatsreferenz, Creditor, Debitor sicher verwenden können.
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