Cashflow

Der Saldo aus allen Einzahlungen und Auszahlungen eines Unternehmens in einer bestimmten Periode. Er zeigt die tatsächliche Veränderung der liquiden Mittel.

Definition

Der Cashflow (deutsch: Geldfluss oder Kassenzufluss) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Nettozufluss liquider Mittel aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit eines Unternehmens während einer bestimmten Periode (z.B. Monat, Quartal, Jahr) misst. Er wird ermittelt, indem von den zahlungswirksamen Erträgen (Einzahlungen) die zahlungswirksamen Aufwendungen (Auszahlungen) abgezogen werden. Der Cashflow ist ein entscheidender Indikator für die Finanzkraft, Liquidität und das Innenfinanzierungspotenzial eines Unternehmens.

Erklärung im Kontext Büromanagement

Im Arbeitsalltag von Kaufleuten für Büromanagement ist der Cashflow von großer Bedeutung, auch wenn sie ihn nicht immer selbst berechnen. Das Verständnis des Konzepts ist entscheidend, um die finanzielle Gesundheit der Lernleicht GmbH zu verstehen. Ein positiver Cashflow bedeutet, dass das Unternehmen mehr Geld eingenommen als ausgegeben hat und somit seine Liquidität verbessern konnte. Ein negativer Cashflow (auch "Cash Drain") zeigt, dass mehr Geld abgeflossen als zugeflossen ist, was die liquiden Mittel reduziert.

Der Hauptunterschied zum Gewinn liegt in der Betrachtungsweise:

  • Gewinn (erfolgswirksam): Basiert auf Erträgen und Aufwendungen. Ein Ertrag entsteht bereits bei Rechnungsstellung (Forderung), nicht erst bei Zahlungseingang. Aufwendungen wie Abschreibungen mindern den Gewinn, ohne dass Geld abfließt.
  • Cashflow (zahlungswirksam): Basiert auf Einzahlungen und Auszahlungen. Eine Einzahlung erfolgt erst, wenn der Kunde tatsächlich bezahlt. Eine Kredittilgung ist eine Auszahlung, aber kein Aufwand.

Praxisbeispiel

Die Lernleicht GmbH erstellt ihre Monatsauswertung. Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) zeigt einen Gewinn von 20.000 €. Der Blick auf den Kontostand zeigt jedoch, dass die liquiden Mittel um 15.000 € gesunken sind. Wie kann das sein? Frau Richter erklärt es Laura:

  • Gewinn (GuV): + 20.000 €
  • Bereinigung um nicht-zahlungswirksame Vorgänge:
    • + 5.000 € Abschreibungen (waren Aufwand, aber keine Auszahlung)
    • - 30.000 € Tilgung eines Darlehens (war eine Auszahlung, aber kein Aufwand)
    • - 10.000 € Kauf eines neuen Servers per Banküberweisung (war eine Auszahlung, aber wird als Anlagevermögen aktiviert und nicht sofort zum Aufwand)
  • Cashflow der Periode: 20.000 + 5.000 - 30.000 - 10.000 = -15.000 €

Dieses Beispiel zeigt deutlich: Trotz eines Gewinns hat das Unternehmen in dieser Periode Liquidität verloren, hauptsächlich durch die hohe Kredittilgung und die Investition.

Prüfungsrelevanz

Der Cashflow ist ein sehr wichtiges Prüfungsthema. Kandidaten müssen:

  • Den Cashflow definieren und vom Gewinn abgrenzen können.
  • Typische Geschäftsvorfälle danach beurteilen können, ob sie erfolgswirksam, zahlungswirksam, beides oder keines von beiden sind.
  • Die Bedeutung eines positiven/negativen Cashflows für die Liquidität und die Unternehmensfinanzierung erläutern können.
  • Verstehen, dass ein nachhaltig positiver operativer Cashflow ein Zeichen für ein gesundes Kerngeschäft ist.

Verwandte Begriffe

  • Operativer Cashflow: Geldfluss aus der eigentlichen Geschäftstätigkeit (Umsätze, Wareneinkauf, Personal etc.).
  • Cashflow aus Investitionstätigkeit: Geldflüsse aus dem Kauf/Verkauf von Anlagevermögen.
  • Cashflow aus Finanzierungstätigkeit: Geldflüsse aus Krediten, Kapitalerhöhungen, Gewinnausschüttungen.
  • Free Cashflow: Der Betrag, der nach Abzug aller Investitionen zur freien Verfügung steht (z.B. für Schuldentilgung oder Ausschüttungen).

Passender Kurs

Lernfeld 9 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Liquidität sichern und Finanzierung vorbereiten.

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