Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK)
Eine grafische Modellierungssprache zur Darstellung von Geschäftsprozessen, die streng der Abfolge von Ereignis und Funktion folgt.
Definition
Die Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) ist eine semi-formale grafische Modellierungssprache zur Darstellung von Geschäftsprozessen. Sie gehört zu den Kernkomponenten der ARIS-Architektur (Architektur integrierter Informationssysteme).
Syntax und Semantik
- Grundelemente:
- Ereignis (passiv): Repräsentiert einen eingetretenen Zustand. Nomenklatur: Objekt + Partizip Perfekt (z.B. "Antrag ist genehmigt").
- Funktion (aktiv): Repräsentiert eine zeitverbrauchende Tätigkeit. Nomenklatur: Objekt + Verb (z.B. "Antrag genehmigen").
- Strukturierungsregel: Strikte Alternation zwischen Ereignissen und Funktionen. Ein Prozesspfad muss mit einem Ereignis beginnen und enden.
- Konnektoren (logische Operatoren):
- AND (∧): Konjunktion (logisches UND).
- OR (∨): Disjunktion (inklusives ODER).
- XOR (X): Kontravalenz (exklusives ODER).
- Erweiterte EPK (eEPK): Fügt zusätzliche Elemente wie Organisationseinheiten, Datenobjekte und Anwendungssysteme hinzu, um den Prozesskontext abzubilden.
Prüfungsrelevanz
- ⚠️ Strukturfehler: Erkennen von Syntaxverstößen wie Funktion-auf-Funktion oder Ereignis-auf-Ereignis.
- ⚠️ Logikfehler: Korrekte Anwendung der Konnektoren, insbesondere die Unterscheidung zwischen OR und XOR in Entscheidungssituationen.
- Anwendung: Fähigkeit, einen einfachen, textuell beschriebenen Prozess in eine korrekte EPK zu überführen.
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