Frankiermaschine
Ein Gerät, das das Porto für Postsendungen direkt auf den Umschlag oder ein Etikett druckt und so den Versandprozess beschleunigt.
Definition und Funktionsweise
Eine Frankiermaschine, auch Frankiergerät oder Freistempelmaschine genannt, ist ein Bürogerät, das zur automatisierten Frankierung von Postsendungen dient. Anstatt einzelne Briefmarken manuell aufzukleben, druckt die Maschine den benötigten Portowert direkt auf den Briefumschlag oder auf spezielle Frankieretiketten. Moderne Frankiermaschinen sind digitale Systeme, die online mit dem Server des Postdienstleisters (z.B. der Deutschen Post) verbunden sind. Das Porto wird als Guthaben auf die Maschine geladen (ähnlich einem Prepaid-System) und bei jedem Frankiervorgang vom Guthaben abgebucht.
Bestandteile und Merkmale
Moderne Frankiermaschinen bestehen meist aus mehreren Komponenten:
- Wiegeplattform: Eine integrierte oder externe Waage ermittelt das exakte Gewicht der Sendung.
- Bedieneinheit: Ein Touchscreen oder Display mit Tasten, über das der Benutzer die Versandart (z.B. Standardbrief, Einschreiben) auswählt. Die Maschine berechnet daraus und aus dem Gewicht das korrekte Porto.
- Druckwerk: Das Herzstück der Maschine, das den Frankiervermerk auf den Umschlag druckt. Dieser Vermerk enthält:
- Den Portowert
- Das Datum des Versands
- Einen einmaligen Matrix-Code zur Identifikation
- Die Gerätenummer der Frankiermaschine
- Optionales Werbeklischee: Neben dem Porto kann die Maschine auch ein Firmenlogo oder einen kurzen Werbeslogan auf den Umschlag drucken. Dies trägt zu einem professionellen Erscheinungsbild bei.
- Automatische Zufuhr: Größere Modelle verfügen über eine automatische Briefzufuhr, die einen Stapel von Briefen selbstständig einzieht und frankiert.
Praxisbeispiel bei der Lernleicht GmbH
Am Nachmittag sammelt Laura Müller die gesamte Ausgangspost der Lernleicht GmbH ein. Es sind etwa 50 Briefe unterschiedlicher Größe und Gewichts. Anstatt nun mühsam die passenden Briefmarken aus einem Vorrat zu suchen und aufzukleben, nutzt sie die Frankiermaschine. Sie legt einen Brief auf die Waage, wählt am Display "Standardbrief National" und die Maschine druckt in Sekundenschnelle den korrekten Wert, z.B. 0,85 €, auf den Umschlag. Für einen dickeren Brief zur MusterBau AG ermittelt die Waage ein höheres Gewicht, und die Maschine druckt automatisch das Porto für einen Großbrief, z.B. 1,60 €. Der ganze Stapel ist in wenigen Minuten professionell frankiert. Zudem erscheint neben jedem Portostempel das Logo der Lernleicht GmbH.
Vorteile und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Effizienz: Enorme Zeitersparnis bei mittlerem bis hohem Postaufkommen. | Kosten: Anschaffungs- oder monatliche Mietkosten für das Gerät. |
| Professionalität: Sauberer, einheitlicher und professioneller Look der Geschäftspost. | Wartung: Regelmäßige Wartung und Kosten für Verbrauchsmaterial (Tinte). |
| Kostenersparnis: Postunternehmen gewähren oft einen kleinen Rabatt auf maschinell frankierte Sendungen (z.B. 1 Cent pro Standardbrief). | Bindung: Die Maschine ist an einen bestimmten Postdienstleister gebunden. |
| Genauigkeit: Kein falsches Frankieren mehr. Die integrierte Waage sorgt immer für das exakte Porto. | Abhängigkeit: Bei einem technischen Defekt ist kein Frankieren möglich. |
| Zusatznutzen: Möglichkeit zum Aufdruck eines Werbeklischees (Marketingeffekt). |
Prüfungsrelevanz
In der Prüfung zum Kaufmann/zur Kauffrau für Büromanagement ist die Frankiermaschine ein wichtiges Thema im Lernfeld 2. Prüflinge sollten die Funktionsweise, die Vor- und Nachteile im Vergleich zu anderen Frankierarten (Briefmarke, Internetmarke) kennen und begründen können, ab welchem Postaufkommen sich die Anschaffung für ein Unternehmen wie die Lernleicht GmbH lohnt.
Passender Kurs
Lernfeld 2 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Büroprozesse gestalten und Arbeitsvorgänge organisieren.
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