Geschäftsprozess
Eine Abfolge von logisch zusammenhängenden Aktivitäten, die ein betriebliches Ziel verfolgen und für einen Kunden einen Mehrwert schaffen.
Definition und Merkmale
Ein Geschäftsprozess ist eine strukturierte, messbare Abfolge von logisch zusammenhängenden Einzeltätigkeiten, die zur Erreichung eines vordefinierten betrieblichen Ziels dienen. Jeder Geschäftsprozess zeichnet sich durch spezifische Merkmale aus:
- Definierter Input: Jeder Prozess wird durch ein bestimmtes Ereignis oder eine Information ausgelöst (z.B. eine Kundenanfrage).
- Transformation: Der Input wird durch eine Reihe von Aktivitäten (Funktionen) bearbeitet und umgewandelt. Hier findet die eigentliche Wertschöpfung statt.
- Definierter Output: Am Ende des Prozesses steht ein konkretes Ergebnis (z.B. ein Produkt, eine Dienstleistung, eine Information), das für einen Kunden bestimmt ist.
- Kunde: Das Ergebnis ist auf einen Empfänger ausgerichtet. Dieser kann ein externer Kunde (z.B. der Käufer eines Produkts) oder ein interner Kunde (z.B. eine andere Abteilung, die auf das Ergebnis wartet) sein.
- Mehrwert: Der Output muss für den Kunden einen erkennbaren Wert oder Nutzen haben.
Kontext im Büromanagement
Für Kaufleute für Büromanagement ist das Verständnis von Geschäftsprozessen fundamental. Die tägliche Arbeit besteht aus der Ausführung oder Koordination von unzähligen Prozessen. Beispiele sind die Postbearbeitung, die Reisekostenabrechnung, die Terminplanung, die Angebotserstellung oder die Bearbeitung von Reklamationen. Die Fähigkeit, diese Prozesse nicht nur auszuführen, sondern auch zu analysieren und zu optimieren, ist eine Schlüsselqualifikation. Sie ermöglicht es, Ineffizienzen zu erkennen, Kosten zu senken, die Qualität zu steigern und die Kundenzufriedenheit zu erhöhen.
Praxisbeispiel bei der Lernleicht GmbH
Der Prozess "Bearbeitung einer eingehenden Bewerbung" bei der Lernleicht GmbH lässt sich wie folgt beschreiben:
- Input: Eine Bewerbungsmappe (digital oder per Post) geht ein.
- Transformation: Die Personalabteilung (Herr Markus Braun) sichtet die Unterlagen, erfasst den Bewerber im System, leitet die Unterlagen an die zuständige Fachabteilung (z.B. an Herrn Schmidt) weiter, koordiniert Interviewtermine, führt Gespräche und sammelt Feedback.
- Output: Eine Einstellungsentscheidung (Zusage oder Absage).
- Kunde: Intern sind es die Fachabteilungen, die einen neuen Mitarbeiter benötigen. Extern ist es der Bewerber, der eine Rückmeldung erwartet.
- Mehrwert: Für die Fachabteilung ist der Mehrwert ein qualifizierter neuer Mitarbeiter. Für den Bewerber ist es eine klare und zeitnahe Entscheidung.
Prüfungsrelevanz
In der IHK-Abschlussprüfung ist das Thema Geschäftsprozesse zentral. Prüflinge müssen in der Lage sein, Prozesse zu identifizieren, sie in Kern-, Unterstützungs- und Managementprozesse zu klassifizieren und einfache Abläufe grafisch darzustellen (z.B. als Flussdiagramm). Insbesondere das Erkennen von Optimierungspotenzial und die Anwendung von Methoden wie dem PDCA-Zyklus sind häufige Prüfungsinhalte.
Verwandte Begriffe
- Prozessoptimierung
- Qualitätsmanagement
- Workflow
- Kernprozess
- Unterstützungsprozess
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