Ich-Botschaft

Eine Form der Kommunikation, bei der eine Person ihre eigenen Gefühle, Wahrnehmungen und Bedürfnisse äußert, anstatt dem Gegenüber Vorwürfe zu machen (Du-Botschaft).

Definition von der Ich-Botschaft

Die Ich-Botschaft ist eine Art zu sprechen. Man sagt dabei, was man selbst fühlt und denkt. Man gibt dem anderen keine Vorwürfe. Das Gegenteil ist die Du-Botschaft. Eine Du-Botschaft klingt oft wie ein Vorwurf oder eine Kritik. Der andere fühlt sich dann angegriffen. Er verteidigt sich oder greift zurück an. Das Ziel der Ich-Botschaft ist es, einen Streit zu vermeiden. Man erklärt seine eigene Sicht. So kann man ein gutes Gespräch anfangen.

Aufbau von einer guten Ich-Botschaft

Eine gute Ich-Botschaft hat vier Teile. Die Teile kommen in einer festen Reihen-Folge:

  1. Neutrale Beobachtung: Zuerst beschreibt man die Situation. Man sagt, was passiert ist. Wichtig ist: Man darf nicht werten. Man bleibt sachlich. (Zum Beispiel: „Du bist heute 20 Minuten zu spät zum Treffen gekommen...“ statt „Du kommst immer zu spät...“)
  2. Eigenes Gefühl sagen: Im zweiten Schritt sagt man, wie man sich dabei gefühlt hat. Man spricht nur von sich selbst. (Zum Beispiel: „...da habe ich mich geärgert...“)
  3. Auswirkung oder Wunsch nennen: Dann erklärt man, warum man sich so fühlt. Man sagt, was das Verhalten für Folgen hat. Oder man sagt, was man selbst braucht. (Zum Beispiel: „...weil wir nicht alles besprechen konnten.“)
  4. Eine Bitte sagen: Am Ende sagt man einen Wunsch für die Zukunft. Es ist eine Bitte und kein Befehl. (Zum Beispiel: „Ich bitte dich, in Zukunft pünktlich zu sein.“)

Praxis-Beispiel im Büro-Management

Laura Müller teilt sich einen Tisch mit einem Kollegen. Der Kollege lässt seine Sachen oft auf Lauras Seite liegen. Statt einer Du-Botschaft („Du bist so unordentlich!“) benutzt sie eine Ich-Botschaft.

Laura: „Ich habe gesehen, deine Ordner liegen oft auf meiner Tisch-Hälfte (Beobachtung). Ich fühle mich dann eingeengt und kann nicht gut arbeiten (Gefühl/Auswirkung). Ich brauche einen freien Platz zum Arbeiten (Bedürfnis). Kannst du bitte deine Sachen auf deiner Seite lassen? (Bitte)

Diese Art zu sprechen ist besser. Der Kollege fühlt sich nicht angegriffen. Er versteht, warum sein Verhalten für Laura ein Problem ist. Er wird eher helfen.

Wichtigkeit für die Prüfung

Der Unterschied zwischen Ich- und Du-Botschaften ist sehr wichtig für die Prüfung. Du musst oft eine Du-Botschaft in eine Ich-Botschaft umwandeln. In der mündlichen Prüfung kann es eine Streit-Situation geben. Du sollst sie dann mit dieser Technik lösen. Es ist wichtig, dass die Ich-Botschaft alle vier Schritte hat. Sie muss auch ehrlich klingen. Du solltest auch falsche Ich-Botschaften erkennen. Zum Beispiel: „Ich finde, dass du gemein bist.“ Das ist immer noch ein Vorwurf.

Ähnliche Begriffe

  • Du-Botschaft
  • Gewalt-freie Kommunikation
  • Konflikt-Management
  • Feedback geben

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