Innenfinanzierung
Kapitalbeschaffung aus unternehmensinternen Quellen, ohne dass Mittel von außen zufließen.
Definition & Merkmale
Innenfinanzierung bezeichnet die Bereitstellung von Kapital aus unternehmensinternen Quellen, die im Zuge des betrieblichen Leistungsprozesses generiert werden. Es erfolgt kein Zugang von Finanzmitteln vom externen Kapitalmarkt.
- Vorteile: Stärkung der Unabhängigkeit, keine Zins- und Tilgungszahlungen, keine Transaktionskosten, keine Offenlegung von Unternehmensdaten.
- Nachteil: Das Volumen ist durch die Ertragskraft des Unternehmens limitiert.
Systematik
- Eigenfinanzierung (Thesaurierung):
- Offene Selbstfinanzierung: Ausweisung einbehaltener Gewinne in den Gewinnrücklagen (§ 266 Abs. 3 A. III. HGB).
- Stille Selbstfinanzierung: Bildung stiller Reserven durch Bewertungsmaßnahmen (z.B. § 253 Abs. 4 HGB, Beibehaltungswahlrecht).
- Fremdfinanzierung:
- Finanzierung aus Abschreibungsgegenwerten: Nutzung der durch Umsatzerlöse refinanzierten, nicht auszahlungswirksamen Abschreibungen (Kapitalfreisetzungseffekt). Führt potenziell zum Kapazitätserweiterungseffekt (Lohmann-Ruchti-Effekt).
- Finanzierung aus Rückstellungen: Nutzung der Liquidität aus gebildeten, aber noch nicht fälligen Rückstellungen (§ 249 HGB). Das Kapital steht dem Unternehmen bis zur Inanspruchnahme zinslos zur Verfügung.
- Sonderform: Finanzierung aus Vermögensumschichtung (Desinvestition)
Prüfungsfokus
- Exakte Zuordnung der Finanzierungsarten zur Matrix (Innen/Außen, Eigen/Fremd).
- Verständnis des Unterschieds zwischen zahlungswirksamen und nicht zahlungswirksamen Aufwendungen (Abschreibungen, Rückstellungsbildung).
- Berechnung des Lohmann-Ruchti-Effekts wird selten verlangt, das Prinzip muss aber verstanden sein.
Passender Kurs
Lernfeld 9 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Liquidität sichern und Finanzierung vorbereiten.
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