Inventar
Das Inventar ist das detaillierte, schriftliche Verzeichnis aller Vermögensgegenstände und Schulden eines Unternehmens nach Art, Menge und Wert, aufgestellt in Staffelform.
Definition
Das Inventar (von lateinisch inventarium für „Gesamtheit des Gefundenen“) ist das Ergebnis der Inventur. Es ist ein ausführliches, schriftliches Bestandsverzeichnis, das alle Vermögensgegenstände und Schulden eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag detailliert auflistet. Im Gegensatz zur Bilanz enthält das Inventar nicht nur Wertangaben, sondern auch genaue Mengen- und Artbezeichnungen. Die gesetzliche Grundlage ist § 240 HGB. Das Inventar muss von dem Kaufmann unterzeichnet werden.
Erklärung im Kontext Büromanagement
Nachdem die Zähllisten aus der Inventur zurückkommen, beginnt im Büro die eigentliche Arbeit am Inventar. Als Kaufmann/-frau für Büromanagement könntest du damit beauftragt werden, die erfassten Mengen in eine strukturierte Liste zu übertragen. Du musst die Werte ermitteln, indem du die Menge mit dem jeweiligen Preis (z.B. dem Einkaufspreis) multiplizierst. Diese Aufgabe erfordert höchste Genauigkeit und ein gutes Verständnis für die Struktur von Vermögen und Schulden, da das Inventar die direkte Vorlage für die Bilanz ist.
Aufbau des Inventars
Das Inventar ist stets in Staffelform (also untereinander) aufgebaut und gliedert sich in drei Hauptteile:
- A. Vermögen: Hier werden alle Vermögenswerte des Unternehmens aufgelistet. Die Gliederung erfolgt nach steigender Liquidität, d.h., was am schwierigsten zu Geld zu machen ist (z.B. Grundstücke), steht oben, und was bereits Geld ist (Kassenbestand), steht ganz unten.
- Anlagevermögen: Dient dem Unternehmen dauerhaft (z.B. Gebäude, Maschinen, Fuhrpark).
- Umlaufvermögen: Ist für den Verbrauch, die Verarbeitung oder den Verkauf bestimmt und verbleibt nur kurz im Unternehmen (z.B. Waren, Forderungen, Bankguthaben).
- B. Schulden (Fremdkapital): Hier werden alle Verbindlichkeiten des Unternehmens aufgelistet. Die Gliederung erfolgt nach sinkender Fristigkeit, d.h., die langfristigen Schulden stehen oben, die kurzfristigen unten.
- Langfristige Schulden: Fälligkeit über einem Jahr (z.B. Hypotheken).
- Kurzfristige Schulden: Fälligkeit innerhalb eines Jahres (z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen).
- C. Ermittlung des Eigenkapitals: Am Ende wird die Summe der Schulden von der Summe des Vermögens abgezogen. Das Ergebnis ist das Eigenkapital oder Reinvermögen.
Formel: Summe Vermögen - Summe Schulden = Eigenkapital
Prüfungsrelevanz
Die Unterscheidung zwischen Inventar und Bilanz ist ein Kernpunkt im Rechnungswesen. Du musst wissen: Das Inventar ist die ausführliche Liste in Staffelform mit Mengen- und Wertangaben. Die Bilanz ist die komprimierte Zusammenfassung in Kontenform nur mit Wertangaben. In Prüfungen können Aufgaben vorkommen, bei denen du aus einer Liste von Posten ein einfaches Inventar erstellen oder das Eigenkapital berechnen musst.
Verwandte Begriffe
- Inventur
- Bilanz
- Eigenkapital
- Fremdkapital
- Anlagevermögen
- Umlaufvermögen
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