Kosten- und Leistungsrechnung (KLR)

Das interne Rechnungswesen eines Unternehmens, das Kosten und Leistungen erfasst, verteilt und zurechnet, um die Geschäftsführung bei Entscheidungen zu unterstützen.

Definition

Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR), oft auch als internes Rechnungswesen oder Controlling bezeichnet, ist ein zentrales Instrument der Unternehmenssteuerung. Im Gegensatz zur Finanzbuchhaltung, die sich an externe Parteien (z.B. Finanzamt, Banken) richtet und strengen gesetzlichen Vorschriften (HGB) unterliegt, ist die KLR primär für den internen Gebrauch bestimmt. Ihre Hauptaufgabe ist es, Transparenz über die Kostenstruktur und die Wirtschaftlichkeit von Produkten, Dienstleistungen und Abteilungen zu schaffen.

Erklärung im Kontext Büromanagement

Für Kaufleute für Büromanagement ist das Verständnis der KLR entscheidend, da sie die Grundlage für viele kaufmännische Entscheidungen bildet. Die KLR beantwortet betriebswirtschaftliche Schlüsselfragen:

  • Preiskalkulation: Was muss ein Produkt kosten, damit wir alle Kosten decken und einen Gewinn erzielen?
  • Erfolgskontrolle: Welche Produkte oder Abteilungen sind profitabel und welche nicht?
  • Sortimentspolitik: Sollten wir ein unrentables Produkt aus dem Sortiment nehmen?
  • Make-or-Buy-Entscheidungen: Sollen wir eine Leistung selbst erbringen oder extern einkaufen?
  • Budgetplanung: Welche Kosten dürfen in den einzelnen Abteilungen (Kostenstellen) anfallen?

Die KLR gliedert sich klassischerweise in drei Stufen: die Kostenartenrechnung (Welche Kosten?), die Kostenstellenrechnung (Wo fallen Kosten an?) und die Kostenträgerrechnung (Wofür fallen Kosten an?).

Praxisbeispiel bei der Lernleicht GmbH

Frau Sabine Richter, die Buchhalterin der Lernleicht GmbH, möchte den Verkaufspreis für einen neuen ergonomischen Bürostuhl, den "ErgoFlex 2000", festlegen. Dazu nutzt sie die KLR:

  1. Kostenartenrechnung: Sie sammelt alle Kosten, die für den Stuhl anfallen: Holz, Stoff, Schrauben (Materialkosten), Löhne der Monteure (Personalkosten), aber auch anteilige Miete für die Produktionshalle und das Gehalt des Produktionsleiters (Gemeinkosten).
  2. Kostenstellenrechnung: Mithilfe des Betriebsabrechnungsbogens (BAB) verteilt sie die Gemeinkosten (Miete, Gehälter etc.) auf die Kostenstellen wie 'Fertigung' und 'Verwaltung'. Daraus berechnet sie prozentuale Zuschlagssätze.
  3. Kostenträgerrechnung: Sie nimmt die direkten Kosten des Stuhls (Material, Fertigungslohn) und schlägt die prozentualen Gemeinkostenzuschläge darauf. Das Ergebnis sind die Selbstkosten. Auf diese Selbstkosten schlägt sie einen Gewinnaufschlag und erhält so den geplanten Verkaufspreis.

Prüfungsrelevanz

Die KLR ist ein Kernbestandteil der IHK-Abschlussprüfung. Prüflinge müssen die drei Stufen der KLR benennen und erklären können. Typische Aufgaben sind die Durchführung einer einfachen Zuschlagskalkulation, die Unterscheidung von Einzel- und Gemeinkosten sowie fixen und variablen Kosten, und die Berechnung des Deckungsbeitrags sowie des Break-Even-Points. Das Verständnis der Zusammenhänge ist wichtiger als das Auswendiglernen komplexer Schemata.

Verwandte Begriffe

  • Finanzbuchhaltung (FiBu)
  • Controlling
  • Betriebsabrechnungsbogen (BAB)
  • Deckungsbeitragsrechnung
  • Break-Even-Point
  • Selbstkosten

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