Leasing

Eine moderne Finanzierungsform, bei der ein Wirtschaftsgut nicht gekauft, sondern gegen Zahlung einer Rate für eine bestimmte Zeit gemietet wird.

Definition

Leasing (vom englischen "to lease" = mieten, pachten) ist eine Form der Nutzungsüberlassung von Investitions- oder Konsumgütern. Ein Leasinggeber (meist eine Leasinggesellschaft) beschafft ein vom Leasingnehmer gewünschtes Gut (z.B. ein Fahrzeug, eine Maschine, IT-Hardware) und überlässt es diesem gegen Zahlung eines regelmäßigen Entgelts (Leasingrate) zur Nutzung. Juristischer Eigentümer des Gutes bleibt der Leasinggeber, während der Leasingnehmer zum Besitzer und Nutzer wird.

Arten des Leasings

Die wichtigste Unterscheidung im Leasing erfolgt nach der vertraglichen Ausgestaltung und der Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums:

  • Operating Leasing: Diese Form ähnelt einem klassischen Mietvertrag. Die Vertragslaufzeiten sind eher kurz und oft kündbar. Der Leasinggeber trägt die wesentlichen Risiken wie die Instandhaltung und die Gefahr des Wertverlusts. Das Leasingobjekt wird beim Leasinggeber bilanziert. Diese Form eignet sich besonders für Güter mit hohem technologischem Wandel (z.B. Computer, Smartphones) oder für kurzfristigen Bedarf.
  • Finance Leasing (Finanzierungsleasing): Diese Form hat eher den Charakter einer Kreditfinanzierung. Die Grundmietzeit ist fest und unkündbar und deckt in der Regel die Anschaffungskosten und die Finanzierungskosten des Leasinggebers. Das wirtschaftliche Eigentum geht auf den Leasingnehmer über. Das bedeutet, der Leasingnehmer muss das Gut in seiner eigenen Bilanz aktivieren und abschreiben. Die Risiken (z.B. Zerstörung, Veralterung) trägt der Leasingnehmer. Am Vertragsende gibt es oft Optionen wie Kauf, Verlängerung oder Rückgabe.

Zusätzlich kann man nach dem Objekt unterscheiden (z.B. Mobilien-Leasing für bewegliche Güter, Immobilien-Leasing) oder nach dem Herstellerbezug (direktes vs. indirektes Leasing).

Vorteile und Nachteile

VorteileNachteile
Schonung der Liquidität: Es ist keine große Einmalzahlung für den Kauf nötig. Höhere Gesamtkosten: Über die Laufzeit ist Leasing oft teurer als ein Barkauf.
Planungssicherheit: Feste, kalkulierbare monatliche Raten. Vertragsbindung: Lange, oft unkündbare Vertragslaufzeiten.
Flexibilität: Man kann technologisch immer auf dem neuesten Stand bleiben. Kein Eigentumserwerb: Das Gut gehört am Ende nicht dem Unternehmen.
Bilanzneutralität (bei Operating Leasing): Die Bilanz wird nicht durch einen hohen Anlageposten und Schulden verlängert. Eingeschränkte Verfügungsgewalt: Änderungen am Objekt sind oft nicht oder nur mit Zustimmung erlaubt.

Bedeutung im Büromanagement

Leasing ist im modernen Büroalltag allgegenwärtig. Firmenwagen, Drucker und Kopierer, IT-Ausstattung oder sogar die Kaffeemaschine werden häufig geleast. Kaufleute für Büromanagement sind dafür zuständig, Leasingangebote einzuholen, die Kosten zu vergleichen, die Verträge zu verwalten und die Laufzeiten im Blick zu behalten. Sie müssen die Vor- und Nachteile für eine konkrete Anschaffung abwägen und der Geschäftsführung eine fundierte Entscheidungsgrundlage liefern können.

Prüfungsrelevanz

Leasing ist ein sehr relevantes Prüfungsthema. Prüflinge sollten die Unterschiede zwischen Operating und Finance Leasing erklären können. Die Fähigkeit, die Vor- und Nachteile des Leasings im Vergleich zum Kauf (via Darlehen oder Eigenmittel) zu argumentieren, wird oft in praxisorientierten Aufgabenstellungen abgefragt.

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