Preispolitik

Ein Teilbereich des Marketing-Mix, der alle Entscheidungen rund um den Preis, Rabatte, Skonti und Zahlungsbedingungen eines Produktes umfasst.

Definition der Preispolitik

Die Preispolitik, auch Kontrahierungspolitik genannt, ist eines der vier zentralen Instrumente des Marketing-Mix (Price). Sie umfasst sämtliche strategischen und operativen Entscheidungen eines Unternehmens, die die Preise für seine Produkte oder Dienstleistungen betreffen. Ziel der Preispolitik ist es, die Unternehmens- und Marketingziele (z.B. Gewinnmaximierung, Umsatzsteigerung, Erhöhung des Marktanteils) durch eine optimale Preisgestaltung zu unterstützen.

Instrumente der Preispolitik

Die Preispolitik lässt sich in drei Hauptbereiche unterteilen:

  1. Preisbestimmung und -strategie: Hier wird der grundlegende Preis für ein Produkt festgelegt. Dies kann kostenorientiert (basierend auf den eigenen Kosten), nachfrageorientiert (basierend auf der Zahlungsbereitschaft der Kunden) oder wettbewerbsorientiert (basierend auf den Preisen der Konkurrenz) geschehen. Für neue Produkte sind die Skimming-Strategie (hoher Einführungspreis) und die Penetrationsstrategie (niedriger Einführungspreis) von zentraler Bedeutung.
  2. Preisdifferenzierung: Hierbei wird ein identisches Produkt verschiedenen Kunden oder in verschiedenen Situationen zu unterschiedlichen Preisen angeboten. Man unterscheidet z.B. mengenmäßige (Mengenrabatt), zeitliche (Saisonpreise), räumliche (In- und Auslandspreise) und personenbezogene (Studentenrabatt) Preisdifferenzierung.
  3. Konditionenpolitik: Dieser Bereich regelt die "Feinheiten" des Geschäftsabschlusses. Dazu gehören die Gewährung von Rabatten (z.B. Treuerabatt, Wiederverkäuferrabatt), Skonti (Nachlass bei schneller Zahlung) sowie die Festlegung von Liefer- und Zahlungsbedingungen (z.B. "frei Haus", "zahlbar innerhalb von 30 Tagen").

Bedeutung im Büromanagement

Kaufleute für Büromanagement sind in vielfältiger Weise mit der Preispolitik konfrontiert. Bei der Angebotserstellung und Auftragsbearbeitung müssen sie die korrekten Preise, Rabatte und Konditionen aus dem ERP-System übernehmen und anwenden. Sie beantworten Kundenfragen zu Rechnungen und Zahlungszielen. Bei der Prüfung von Eingangsrechnungen kontrollieren sie, ob vereinbarte Skonti und Rabatte von Lieferanten korrekt ausgewiesen wurden. Ein solides Verständnis der Preispolitik ist daher für die kaufmännische Korrektheit und die Kundenzufriedenheit unerlässlich.

Praxisbeispiel bei der Lernleicht GmbH

Die Lernleicht GmbH verkauft Büromaterial an den Großkunden MusterBau AG. In der Preispolitik ist festgelegt, dass die MusterBau AG aufgrund der großen Abnahmemengen einen Mengenrabatt von 15% auf alle Listenpreise erhält. Zusätzlich wird in den Zahlungsbedingungen ein Skonto von 3% bei Zahlung innerhalb von 7 Tagen gewährt. Laura Müller muss bei der Erstellung eines Angebots für 100 Kartons Kopierpapier diese Konditionen korrekt berechnen und im Angebot ausweisen.

Prüfungsrelevanz

Die Preispolitik ist ein häufiges Thema in der IHK-Prüfung. Oft werden Rechenaufgaben gestellt, bei denen aus einem Listenpreis unter Berücksichtigung von Rabatt und Skonto der finale Überweisungsbetrag ermittelt werden muss (Schema der Bezugskalkulation). Auch die Unterscheidung der verschiedenen Preisstrategien und Arten der Preisdifferenzierung wird regelmäßig abgefragt.

Verwandte Begriffe

  • Marketing-Mix
  • Konditionenpolitik
  • Skimming-Strategie
  • Penetrationsstrategie
  • Preisangabenverordnung (PangV)

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Lernfeld 5 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Kunden akquirieren und binden.

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