Rentabilität
Eine Kennzahl, die den erzielten Erfolg (z.B. Gewinn) ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital (z.B. Eigenkapital) setzt.
Definition der Rentabilität
Die Rentabilität, oft auch als Rendite bezeichnet, ist eine der zentralen Kennzahlen zur Messung des unternehmerischen Erfolgs. Sie ist eine relative Größe und setzt eine Erfolgsgröße (typischerweise den Gewinn) in Beziehung zu dem Kapital, das zur Erzielung dieses Erfolgs eingesetzt wurde. Die grundlegende Frage, die die Rentabilität beantwortet, lautet: „Wie effizient hat das investierte Kapital gearbeitet?“ Das Ergebnis wird üblicherweise in Prozent ausgedrückt.
Bedeutung im Büromanagement
Im Kontext des Büromanagements ist das Verständnis von Rentabilität entscheidend, um die finanzielle Gesundheit des Unternehmens zu beurteilen. Kaufleute für Büromanagement kommen mit dieser Kennzahl in Berührung, wenn sie an der Erstellung von Berichten beteiligt sind, Daten für das Controlling aufbereiten oder die Ergebnisse von Projekten und Abteilungen bewerten. Eine hohe Rentabilität signalisiert den Eigentümern und potenziellen Investoren, dass das Unternehmen in der Lage ist, aus dem zur Verfügung gestellten Kapital hohe Gewinne zu erwirtschaften. Dies stärkt das Vertrauen und erleichtert beispielsweise die Aufnahme neuer Kredite.
Praxisbeispiel bei der Lernleicht GmbH
Laura Müller hilft Frau Richter bei der Vorbereitung des Jahresberichts für die Geschäftsführerin Frau Weber. Sie betrachten die Eigenkapitalrentabilität. Die Lernleicht GmbH hat einen Gewinn von 400.000 € erzielt. Das Eigenkapital, das die Gesellschafter eingebracht haben und das durch einbehaltene Gewinne gewachsen ist, beträgt 1.000.000 €. Laura berechnet: (400.000 € / 1.000.000 €) * 100 = 40 %. Frau Richter erklärt ihr: „Das bedeutet, auf jeden Euro, den die Eigentümer uns anvertraut haben, haben wir dieses Jahr 40 Cent Gewinn gemacht. Das ist eine exzellente Verzinsung, die weit über dem liegt, was man auf dem Kapitalmarkt bekommen würde.“
Arten der Rentabilität
- Eigenkapitalrentabilität (ROE): Misst die Verzinsung des Eigenkapitals. Formel:
(Gewinn / Eigenkapital) * 100 - Umsatzrentabilität (ROS): Zeigt, wie viel Gewinn in jedem Euro Umsatz steckt. Formel:
(Gewinn / Umsatz) * 100 - Gesamtkapitalrentabilität (ROI): Bewertet die Effizienz des gesamten Kapitals, also Eigen- und Fremdkapital. Formel:
((Gewinn + Fremdkapitalzinsen) / Gesamtkapital) * 100
Prüfungsrelevanz
In der IHK-Abschlussprüfung ist die Rentabilität ein sehr häufiges Thema. Du solltest nicht nur die verschiedenen Arten und ihre Formeln kennen, sondern auch in der Lage sein, die Ergebnisse zu interpretieren. Eine typische Prüfungsaufgabe könnte darin bestehen, aus gegebenen Bilanz- und GuV-Zahlen die Rentabilitätskennzahlen zu berechnen und zu bewerten, warum beispielsweise die Eigenkapitalrentabilität deutlich höher ist als die Gesamtkapitalrentabilität (Stichwort: Leverage-Effekt).
Verwandte Begriffe
- Gewinn: Absolute Erfolgsgröße, die die Basis für die Rentabilitätsberechnung bildet.
- Kapital: Die finanzielle Grundlage des Unternehmens, unterteilt in Eigen- und Fremdkapital.
- Wirtschaftlichkeit: Eine andere Erfolgskennzahl, die Ertrag und Aufwand vergleicht, aber nicht den Kapitaleinsatz.
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