Solidaritätsprinzip

Das Grundprinzip der Sozialversicherung, bei dem die Beiträge nach der finanziellen Leistungsfähigkeit erhoben, die Leistungen aber nach dem individuellen Bedarf gewährt werden.

Was ist das Solidaritäts-Prinzip?

Das Solidaritäts-Prinzip ist die wichtigste Regel in der deutschen Sozial-Versicherung. Es bedeutet: Alle Versicherten helfen sich gegenseitig. Die Gemeinschaft steht füreinander ein. Das Geld für die Versicherung wird nach der Bezahl-Kraft der Menschen verteilt. Wer viel verdient, zahlt hohe Beiträge. Wer wenig verdient, zahlt niedrige Beiträge. Aber die Hilfe bekommt jeder, der sie braucht. Es ist egal, wie viel man eingezahlt hat. Wenn man krank ist, bekommt man Hilfe.

Wie funktioniert das Helfen?

Das Prinzip sorgt für einen Ausgleich zwischen verschiedenen Gruppen:

  • Ausgleich zwischen Gesunden und Kranken: Alle Menschen zahlen Beiträge. Aber nur kranke Menschen brauchen einen Arzt. Die gesunden Menschen bezahlen also die Behandlung der kranken Menschen mit.
  • Ausgleich zwischen Jung und Alt: Junge Arbeiter zahlen Beiträge für die Rente. Das Geld wird direkt an die heutigen Rentner ausbezahlt. Das nennt man auch Generationen-Vertrag.
  • Ausgleich zwischen Reichen und Armen: Menschen mit hohem Gehalt zahlen mehr Geld ein. Menschen mit niedrigem Gehalt zahlen weniger Geld ein. Aber beide bekommen die gleiche medizinische Hilfe, wenn sie krank sind.
  • Ausgleich zwischen Singles und Familien: Kinder oder Ehe-Partner ohne eigenes Geld sind oft kostenlos mitversichert. Alle Mitglieder bezahlen das mit ihren Beiträgen. Auch die Mitglieder ohne Kinder.

Beispiel aus der Lernleicht GmbH

Frau Weber ist die Chefin der Lernleicht GmbH. Sie verdient viel Geld. Laura Müller ist Auszubildende. Sie verdient viel weniger Geld. Frau Weber zahlt deshalb viel höhere Beiträge zur Kranken-Versicherung als Laura. Eines Tages wird Laura krank und geht zum Arzt. Sie bekommt genau die gleiche Behandlung wie Frau Weber bekommen würde. Das ist das Solidaritäts-Prinzip. Die Bezahlung hängt vom Geld ab. Die Hilfe hängt vom Bedarf ab.

Unterschied zum Äquivalenz-Prinzip

Das Solidaritäts-Prinzip ist das Gegenteil vom Äquivalenz-Prinzip (Gleichheits-Prinzip). Bei privaten Versicherungen gilt das Äquivalenz-Prinzip. Dort bezahlt jeder für sein eigenes Risiko. Ein alter Mensch zahlt mehr als ein junger Mensch. In der gesetzlichen Renten-Versicherung gibt es eine Mischung. Wer mehr einzahlt, bekommt später auch mehr Rente.

Wichtigkeit für die Prüfung

Du musst das Solidaritäts-Prinzip für die IHK-Prüfung gut verstehen. Es kommen oft Fragen dazu. Du solltest das Prinzip mit Beispielen erklären können. Zum Beispiel mit dem Unterschied zwischen reich und arm oder gesund und krank.

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