Assessment Center (AC)

Ein standardisiertes Personalauswahlverfahren, bei dem Bewerber über einen oder mehrere Tage von geschulten Beobachtern in verschiedenen praxisnahen Übungen bewertet werden.

1. Definition & Methodik

Ein Assessment Center (AC) ist ein multimodales, simulationsorientiertes Verfahren der Eignungsdiagnostik. Es dient der systematischen Erfassung und Bewertung von Verhaltensleistungen und Kompetenzen von Bewerbern oder Mitarbeitern. Kernelemente sind:

  • Mehrere Teilnehmer: Simultane Beobachtung mehrerer Kandidaten.
  • Mehrere Beobachter: Einsatz von geschulten Assessoren (Führungskräfte, Personaler) zur Minimierung subjektiver Verzerrungen (Beobachterübereinstimmung).
  • Mehrere Verfahren/Übungen: Kombination verschiedener, auf ein Anforderungsprofil abgestimmter Übungen.
  • Simulationsprinzip: Die Aufgaben simulieren erfolgskritische Situationen des Ziel-Arbeitsplatzes.

2. Anwendungsbereiche

  • Personalauswahl (extern): Auswahl von Fach- und Führungskräften sowie Auszubildenden.
  • Potenzialanalyse (intern): Identifikation von Mitarbeitern mit Entwicklungspotenzial für Fach- oder Führungslaufbahnen.

3. Typische Übungen und gemessene Kompetenzen

ÜbungBeschreibungGemessene Kompetenzen
Postkorb (digital/analog) Bearbeitung einer Vielzahl von Dokumenten unter Zeitdruck. Organisationsfähigkeit, Priorisierung, Entscheidungsfähigkeit, Stressresistenz.
Gruppendiskussion (kooperativ/kompetitiv) Gemeinsame Erarbeitung einer Lösung für ein vorgegebenes Problem. Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen, Moderationsfähigkeit.
Rollenspiel Simulation einer dyadischen Interaktion (z.B. Mitarbeiter-, Kunden-, Konfliktgespräch). Empathie, Verhandlungsgeschick, Konfliktlösungsfähigkeit, soziale Sensitivität.
Präsentation Vortrag über ein Fachthema oder eine erarbeitete Fallstudie. Rhetorik, Überzeugungskraft, Medienkompetenz, strukturiertes Denken.

4. Bewertung

  • Grundlage: Ein detailliertes, verhaltensbasiertes Anforderungsprofil.
  • Prozess: Die Beobachter dokumentieren ihre Eindrücke auf Beobachtungsbögen. In einer abschließenden Beobachterkonferenz wird für jeden Kandidaten ein Gesamturteil gebildet (Prinzip der kontrollierten Subjektivität).
  • Vorteile: Hohe prognostische Validität (Vorhersagekraft für Berufserfolg), hohe soziale Validität (Akzeptanz bei Bewerbern).
  • Nachteile: Hoher organisatorischer, zeitlicher und finanzieller Aufwand.

Passender Kurs

Lernfeld 8 des Rahmenlehrplans Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen.

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